48h 2018 - 300 Künstler und Performer bei Solinger Festival

300 Künstler und Performer bei „48h“ : 48 Stunden Kultur pur

Unter dem Motto "Kunst explodiert in der Innenstadt" stand das Festival „48h“, das viele Besucher in die Clemens-Galerien lockte.

Von so viel Leben kann die Innenstadt an normalen Tagen nur träumen. Es war das Kunst- und Kulturfestival „48h“, das die vielen Besucher in die Clemens Galerien und auf den Mühlenplatz lockte. Organisator Timm Kronenberg vom „city art project“ hatte mehr als 300 Künstler und Performer aus ganz Nordrhein-Westfalen gewinnen können, die in den Ateliers, an Ständen oder auf der Bühne Kultur pur präsentierten.

„Das ist eine supertolle Sache“, erklärte Kunstdezernentin Dagmar Becker aus vollem Herzen. „Hier sieht man, was in Solingen alles möglich ist.“ Viele Künstler, viele Nationalitäten, viele Menschen würden hier zusammenkommen. „Man trifft neue Leute und alte Bekannte“, sagte Dagmar Becker. Nicht nur die unterschiedlichsten Nationalitäten arbeiteten harmonisch zusammen, um das Festival zu einem herausragenden Erlebnis zu machen, auch alle Generationen. „Der Jüngste ist 19 Jahre alt, der Älteste ist über 80“, betonte Timm Kronenberg. „Es geht um Kunst. Hier sind alle auf einer Augenhöhe.“ Auch Alt-Oberbürgermeister Franz Haug lobte die gelungene Veranstaltung: „Ich freue mich für Solingen. Heute explodiert die Kunst.“

Explodiert sind während des Kulturfestivals in der Tat so manche Inspirationen, so dass die Künstler im Farbrausch sogar ganze Personen bemalt und zu wandelnden Kunstwerken gemacht haben. Auch so manche Musik- oder Tanzperformance schien die Tonfolgen geradezu explodieren zu lassen –  und natürlich explodierte die Begeisterung der Zuschauer. Viele schlenderten durch die einzelnen Ateliers oder schauten den Künstlern über die Schulter.

So wie dem Bildhauer Yavuz Saygili, der mit Hammer und feinem Meißel zugange war. Akribisch schlug er ein Logo aus dem Porenbeton. „Das wird eine Überraschung für Timm Kronenberg“, verriet er. Yavuz Saygili schreckt vor keinem Motiv zurück – ob arabisches Dekor oder Blütenranken. „Das ist ein Motiv aus dem 18. Jahrhundert, das ich auf einem Antikmarkt gefunden habe“, erzählte der Künstler. Bei Kristina Eckel gab es individuell bemalte Kalenderbücher oder Notizbücher zu bewundern. „Ich suche immer nach Möglichkeiten, das Bildnerische, die Kunst mit dem Praktischen zu verbinden“, erzählte die Künstlerin. Ihre Skizzenbücher bemalt sie ebenfalls. Im vergangenen Jahr kam ihr die Idee, auch für andere Menschen Buchdeckel zu gestalten. So werden Kalender oder Notizbücher einmalig und unverwechselbar.

Bei Stefan Seeger durften die Kleinen ihre Kreativität ausleben und ihre ganz eigenen Spiegel gestalten. Dazu konnten sie aus einer großen Menge Figuren und Symbolen wählen und damit auf den weißen Spiegelrahmen kleine Geschichten erzählen. Während auf den Bühnen auf dem Mühlenplatz und vor dem Lumen Hola Hoop- Shows, Pooldance, Gregorianische Gesänge oder Trommelperformances und Bluesmusik zu erleben waren, wurde den Besuchern in der oberen Etage der Clemensgalerie beim Bauchtanz ein kleines Stück Orient präsentiert oder eine magische Reise zu den Sternlicht-Drachen  – ein Tarot-Deck, das Steph Engert vom Solinger Tarothaus zusammen mit der ungarischen Künstlerin Nora Huszka kreiert hat und gerne für Interessierte die Karten legte.

So war für jeden Kulturfreund etwas dabei. Bezirksbürgermeister Richard Schmidt wünschte sich: „Ich hoffe, dass wir uns die nächsten 20 Jahre wieder hier sehen.“