Solingen: 3540 Unterschriften für Ittertaler Wanderweg

Solingen : 3540 Unterschriften für Ittertaler Wanderweg

Wenige Tage, nachdem der Weg durchs Ittertal durch Holztore gesperrt worden war und weder Spaziergänger oder Radfahrer, Jogger oder Reiter mehr die Bruchermühle passieren konnten, starteten Bewohner der Breidenmühle eine Unterschriften-Aktion. Am Freitag übergaben sie dem Haaner Bürgermeister Knut vom Bovert im Rathaus ein dickes Bündel Listen mit 3540 Unterschriften.

Alle Unterzeichner schlossen sich der Meinung an, dass die Stadt und die Untere Forstbehörde "durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge tragen müssen, den Wanderweg im Bereich Bruchermühle wieder für die Allgemeinheit zugänglich zu machen".

Die Stadt lasse über die Landschafts- und die Forstbehörde Möglichkeiten prüfen, wie ein Ersatz für den gesperrten Weg geschaffen werden könnte, erläuterte vom Bovert. Er stellte aber klar, dass die Familie Legner den privaten Weg auf ihrem Grundstück gesperrt habe. Bei allen Verhandlungen, so der Bürgermeister, komme die Stadt an der Zustimmung und Verhandlungsbereitschaft der Legners nicht vorbei.

Anfang dieser Woche werde er Kontakt mit Legners Anwalt aufnehmen, um die Sachlage nach dem Gerichtsentscheid über das Wegerecht zu erörtern. Das Landgericht Wuppertal hatte am Donnerstag dem Antrag auf Einstweilige Verfügung über ein Wegerecht für die Bewohner des Schaafenkottens teilweise entsprochen. Der Bürgermeister sagte zu, die 3540 Unterschriften mit in die Waagschale zu legen. Er berichtete, mehr als 200 Protest-Mails erhalten zu haben. Bei allem Verhandlungswillen aber könne die Stadt nicht geltendes Recht übersehen, spielte der Rathauschef auf zwei ungenehmigte Schuppen an. Bis Oktober haben Legners noch Zeit, die Abrissverfügung selbst umzusetzen.

"Emotional aufgeladen"

Die Stadt sei bereit, den Weg zu übernehmen, sagte vom Bovert, "Die Stadt sollte da, wo die Freiheitsrechte der Legners berührt sind, helfen", sagte Markus Blum, einer der Initiatoren und Unterstützer der Unterschriftenaktion. Das sollte von der Reinigung des Weges bis zur Sorge um die Bäume auf dem Talhang gehen. "Die Menschen sind aufgebracht, die Stimmung emotional aufgeladen. Auch die Freiheit der Spaziergänger ist beschränkt", befand Tina Thösen.

Noch mehr Hintergründe zur Wegsperrung unter www.rp-online.de/solingen

(RP)
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