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350 Stellen in Solingen: Auswahl für Lehrstellen-Bewerber

350 freie Stellen : Auswahl für Lehrstellen-Bewerber in Solingen

In der Klingenstadt gibt es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Einen Monat vor dem Ausbildungsstart im August sind noch 350 Stellen nicht besetzt. Für diese Stellen interessieren sich aktuell aber nur 250 Jugendliche.

Einen Monat vor dem Start in die betriebliche Ausbildung im August haben 250 Jugendliche noch keine Ausbildungsstelle. Auf der anderen Seite haben ausbildungswillige Unternehmen noch 350 Plätze im Angebot und keinen betrieblichen Nachwuchs finden können. „Zwar haben wir im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger unversorgte Bewerber, aber der Unterschied ist mit zehn Personen nicht sonderlich stark“, sagt Thorsten Schumacher. Der operative Geschäftsführer der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal sieht den klingenstädtischen Ausbildungsmarkt als Bewerbermarkt. Das heißt, es gibt erstmals mehr Stellen als Bewerber. „Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Bewerber für eine betriebliche Ausbildungsstelle von 1200 auf 652 fast halbiert“, sagt Schumacher.

Für diese Bewerber bieten sich derzeit aber hohe Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Denn sie können unter mehreren Stellen auswählen. „Vor allem im Metall- und Maschinenbau, im Einzel- und Großhandel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der öffentlichen Verwaltung gibt es noch viele freie Plätze“, sagt Schumacher mit Blick auf die noch Unversorgten.

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Die sollten nach Ansicht der Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung der Bergischen Industrie- und Handelskammer, Carmen Bartl Zorn, jetzt unverzüglich handeln. „Ausbildung sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden. Für Betriebe und Bewerber ist jetzt Endspurt angesagt“, so Bartl-Zorn. Von daher sei es Aufgabe der am Ausbildungsmarkt beteiligten Institutionen, Bewerber und Unternehmern „mit allen Kräften“ zusammenzubringen. „Die Unternehmen brauchen die angehenden Fachkräfte, und den Jugendlichen bieten sich hervorragende Einstiegschancen“, erklärt Bartl-Zorn, „und es gibt in nahezu allen Branchen und Berufen noch freie Plätze“.

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für einen betrieblichen Ausbildungsplatz ist insbesondere auch durch die Corona-Pandemie zurückgegangen. „In den Schulen fehlte es an Berufsorientierung, unsere Berufsberatung konnte nicht wie gewohnt in den Schulen für die Ausbildung werben“, sagt Thorsten Schumacher. Auch betriebliche Praktika litten während der Pandemie. Zu weniger offiziellen Ausbildungsplatz-Bewerbern führte offensichtlich auch der Wunsch von Jugendlichen, erst einmal zu jobben oder ein Jahr im Ausland zu verbringen.

Um aber möglichst alle Ausbildungsplatzangebote besetzen zu können – seit Beginn des Ausbildungsstellenjahres 2021/2022 am 1. Oktober vergangenen Jahres waren das 721 – will die Berufsberatung der Arbeitsagentur jetzt auch verstärkt auf Ungelernte zugehen und ihnen eine qualifizierte Ausbildung nahe zu legen. „Wir setzen auf das Nachvermittlungsgeschäft. Bis Ende November geschieht noch einiges“, sagt Schumacher.

Positiv sieht Carmen Bartl-Zorn immerhin, dass im Juni noch über 120 weitere Ausbildungsangebote im Städtedreieck gemeldet wurden. In Solingen, Remscheid und Wuppertal könnten so noch fast 1400 Stellen besetzt werden, im Bezirk sind andererseits noch 1192 Jugendliche unversorgt. Der Appell von Thorsten Schumacher und Carmen Bartl-Zorn an die Jugendlichen ist eindeutig: Jetzt einen Ausbildungsplatz suchen.