Klingenlauf in Solingen 83 Staffel-Teams sorgen für Stimmung im Südpark

Solingen · Sommerliche Bedingungen und rund 700 Teilnehmer machten zur 34. Auflage des Klingenlaufs die zurückliegenden zwei Jahre Coronapause schnell vergessen.

Impressionen vom Klingenlauf 2022 in Solingen
20 Bilder

Impressionen vom Klingenlauf 2022 in Solingen

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Foto: Guido Radtke

Spätestens zum Start der Staffelläufe der Schulen wähnte man sich beim Klingenlauf schnell wieder zurück in der Zeit vor der Pandemie. Große Geschäftigkeit, ein gewisses Gewusel, zahllose Fragen: „Wann sind wir dran ?“ oder „Wo sind meine Turnschuhe ?“ und auch ein wenig Lampenfieber – nicht nur bei den Eltern ­– lagen in der Luft. Alles wichtige Dinge, die das Organisationsteam sowie die jeweiligen Lehrer der teilnehmenden Schüler bei strahlendem Sonnenschein gelassen und geduldig vom geglückten Startschuss bis zum erfolgreichen Zieleinlauf gekonnt coachten.

„Die Kinder sind natürlich aufgeregt, aber auch besonders motiviert. Ein Schüler, der beim Training auf dem Schulhof noch kaum eine Runde geschafft hatte, ist heute zwei Mal angetreten“, berichtete Sabine Maus, Sportlehrerin an der Gottlieb-Heinrich-Straß. Die Grundschule stellte das zweitgrößte Team im 83 Staffel zählenden Feld des so beliebten wie wenig verbissenen Wettbewerbs für die jüngsten Starter.

Die von Sport-Urgestein Uwe Brockmann seit Beginn an verantwortete Konkurrenz ist zweifellos so etwas wie das Herzstück des Klingenlaufs. Es gewann die Grundschule Stübchen mit ihrer fünften Mannschaft und einer bemerkenswerten Zeit von 5:22 Minuten. Auf den Plätzen zwei und drei folgte die Grundschule Am Rosenkamp und auf dem nicht undankbaren vierten Platz die erste Mannschaft der Grundschule Böckerhof.

Den Schwung und die gute Stimmung, aber auch den gewissen sportlichen  Ehrgeiz, nahmen anschließend die Staffeln der Klassen fünf und sechs der weiterführenden Schulen ungebrochen begeistert mit auf die 4 x 425 Meter. Getrennt nach Geschlechtern gewannen in diesem Wettbewerb die Mädchen des Gymnasiums Schwertstraße und die Jungen des Städtischen Gymnasiums Haan.

Ganz im Sinne des olympischen Gedanken wurden – vom ersten bis zum letzten Zieldurchlauf – alle Teilnehmer gleichermaßen angefeuert, bejubelt und beglückwünscht. Unterdessen hatten sich längs der Laufstrecke zahlreiche Zuschauer auf Decken oder Campingmobiliar eingerichtet und jubelten den Läuferinnen und Läufern zu. Man kannte sich, grüßte und war charmant, – es herrschte eine fröhliche und gelöste, beinahe schon familiäre Atmosphäre im Schatten des alten Hauptbahnhofs.

„Seit 1989 gibt es nun den Klingenlauf, und wir sind aus vielen guten Gründen seinerzeit von der Innenstadt in den Südpark umgezogen“, erklärte Hans-Joachim Scheer, einer der Initiatoren und langjähriger Macher im Team der Veranstaltergemeinschaft Klingenlauf. „Damit ist die Strecke für Läufer, die eher zeitorientiert unterwegs sind, nicht mehr ganz so attraktiv. Dennoch hatten wir in der Vergangenheit immer wieder auch Starter aus der erweiterten deutschen Spitze dabei.“ Insgesamt lasse sich aber sagen, dass es nach der Pandemie ohnehin eher zäh in der Szene anläuft. Vor diesem Hintergrund sprechen allein schon die Zahlen von 90 Prozent gemeldeter Schulen und eine Gesamtteilnehmerzahl von geschätzt gut 700 für einen gelungenen und erfolgreichen Sportevent in der Klingenstadt nach zuletzt zwei Jahren unfreiwilliger Pause.

„Nicht zu vergessen und mir wichtig zu erwähnen sind noch unsere treuen und engagierten Sponsoren, wie auch all die vielen unverzichtbaren freiwilligen Helfer aus den Vereinen und Organisationen, die diese Veranstaltung überhaupt erst möglich machen“, fügte Scheer hinzu. Gemeinsam mit LVN-Laufwart Detlev Ackermann moderierte er kurzweilig und informativ das sportliche Programm – vom Startaufruf über den Notruf nach einem Pflaster bis hin zu den Siegerehrungen durch lokale Honoratioren aus Politik, Sport und Wirtschaft.

 Die Klingenlauf-Teilnahme war ein Geburtstagsgeschenk von Marc-Oliver Walz (l.) an Andreas Kolpatzik.

Die Klingenlauf-Teilnahme war ein Geburtstagsgeschenk von Marc-Oliver Walz (l.) an Andreas Kolpatzik.

Foto: Guido Radtke
Die Teilnehmer der Schulsstaffeln sammelten sich auf dem Parkplatz der Lebenshilfe-Werkstätten im Südpark-Gelände.

Die Teilnehmer der Schulsstaffeln sammelten sich auf dem Parkplatz der Lebenshilfe-Werkstätten im Südpark-Gelände.

Foto: Guido Radtke
 Stephen Duggan (Ennepetal) gewann den Hauptlauf über 10.000 Meter – in einer Zeit von 36:32 Minuten.

Stephen Duggan (Ennepetal) gewann den Hauptlauf über 10.000 Meter – in einer Zeit von 36:32 Minuten.

Foto: Guido Radtke
 Bei den warmen Temperaturen von den Läufern als Erfrischung begehrt: Wasser und Zitronentee.

Bei den warmen Temperaturen von den Läufern als Erfrischung begehrt: Wasser und Zitronentee.

Foto: Guido Radtke
Kathrin Brandenburg vom Team Sauerland war im 10 Kilometer-Wettbewerb die schnellste Frau.

Kathrin Brandenburg vom Team Sauerland war im 10 Kilometer-Wettbewerb die schnellste Frau.

Foto: Guido Radtke

Den Auftakt der Veranstaltung hatten die Männer und Frauen aller Altersklassen in der Königsdisziplin des Tages von 10.000 Metern gemacht. Dabei löste Andreas Kolpatzik nachträglich ein Startgeschenk aus 2020 seines einige Jahre jüngeren Kollegen und Leiter der hiesigen Heilsarmee, Marc-Oliver Walz, ein. „In meinem ganzen Leben habe ich noch nie ein so anstrengendes Geburtstagsgeschenk bekommen“, erzählte der 59-Jährige mit leicht gequältem Lächeln. Zwar noch ein wenig aus der Puste an die Rampe der Güterhallen gelehnt, aber glücklich und zufrieden mit der eigenen Leistung: „Es war fast schon etwas zu warm, und die 52:27 Minuten waren auch nicht ganz meine Bestzeit. Aber es war endlich wieder ein richtig schöner Wettbewerb.“

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