Solingen: 13-Jährige drehten Porno mit 53-jährigem Mann

Solingen : 13-Jährige drehten Porno mit 53-jährigem Mann

Das Video auf dem Handy brachte die Tat ans Licht. Mädchen animierten den Alkoholkranken, der am Donnerstag verurteilt wurde.

Der Fall klingt unglaublich: Drei Mädchen, die noch Kinder sind (geboren 1999 und 1998) gehen in die Wohnung eines 53-jährigen alkoholkranken Mannes und filmen ihm, während er im Bett liegt und sich selbst befriedigt.

Damit nicht genug, eines der Mädchen zieht ihm die Bettdecke weg, ein zweites Kind filmt , und die Dritte im Bunde heizt den Mann mit Worten an, "die auch zur Synchronisation eines Pornos geeignet wären", wie Jugendrichter Joachim Schmitz-Knierim befand, nachdem das Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit den Film angesehen hatte, den eines der Mädchen mit seinem Handy aufnahm. Der Jugendrichter sprach von einer "sexuellen Verwahrlosung", über die man nur den Kopf schütteln könne. Man müsse sich fragen, welche familiären Hintergründe die drei Mädchen haben, dass sie sich "ungebändigt und unkontrolliert" in der Wohnung eines über 50-Jährigen aufhalten konnten und dort auch Alkohol konsumierten und rauchten.

Dennoch, der Angeklagte, der sich am Morgen des 19. Oktober hinreißen ließ, hat sich eines sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht, begangen im Zustand verminderter Schuldfähigkeit. Dafür sprach das Gericht eine sechsmonatige Haftstrafe aus, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Mann ist nicht vorbestraft. Außerdem bekommt er neben der Betreuerin vom Blauen Kreuz einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt, der sich um ihn kümmert, wenn er aus der stationären Alkoholtherapie entlassen wird, in der er sich derzeit befindet.

Bis vor zwei Jahren war das Leben des Angeklagten gradlinig verlaufen. 28 Jahre arbeitete er in derselben Firma bei einem Heizungsbauer, heiratete und wurde Vater einer Tochter. Vor sieben Jahren ging zunächst die Ehe in die Brüche, dann verlor er seine Arbeit, wurde krank und konnte im Berufsleben nicht mehr Fuß fassen. Bis vor zwei Jahren lebte seine heute 16-jährige Tochter in seinem Haushalt. Als sie zur Mutter in die Eifel zog, begann der 53-Jährige zu trinken. Mehrmals war er zum Entzug in der Klinik, immer wieder wurde er rückfällig. In dieser Zeit hatten die drei Hauptschülerinnen seine Wohnung am Rande der Innenstadt zum Treffpunkt auserwählt.

"Ich habe für sie gekocht, sie hingen beim mir ab, tranken mitgebrachten Alkohol, rauchten, sahen sich Videos an und spielten mit ihren Handys", schilderte der Angeklagte die Situation. Schon da müsse die Stimmung "sexuell aufgeheizt" gewesen sein, stellte der Richter später fest.

Aufgeflogen war die Tat, nachdem sich Mitschülerinnen der drei Mädchen an die Schulsozialarbeiterin gewandt hatten, nachdem sie das Handyvideo sahen, das inzwischen auch auf ein anderes Mobiltelefon kopiert worden war. "Die Mädchen taten in der Wohnung offenbar Dinge, die sie auf der Straße nicht tun konnten", sagte die 27-jährige Pädagogin als Zeugin vor Gericht. Die drei Mädchen mussten nicht aussagen. Das Video, dass im Gerichtssaal gezeigt wurde, hatte für sich gesprochen.

(RP)
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