Rommerskirchen Zweifel am Ende des Spielplatz-Streits

Rommerskirchen · Walter Giesen und Marie-Louise Tepper haben gestern Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gut 1200 Unterschriften für den Sparkassen-Spielplatz übergeben. Sie fordern exakte Infos zum Kompromiss von Gemeinde und Anwohnern.

Christian Lente, Vorsitzender des Gemeindejugendrings, hatte bereits Anfang November bei Facebook mehr als 700 Unterstützer für die Forderung nach dem Erhalt des "Sparkassen-Spielplatzes". Walter Giesen und Marie-Louise Tepper sammelten seither mehr als 1200 Unterschriften zugunsten des Spielplatzes. Die übergaben sie gestern in Grevenbroich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke.

Womit sie durchaus an der richtigen Adresse waren, denn angesichts der von vier Anwohnern der Pfarrer-Brendgen-Straße betriebenen Klage gegen die Baugenehmigung ist der Rhein-Kreis Neuss der Klagegegner. "Es ist schön, dass sich so viele engagiert haben", kommentierte der Landrat das rege Interesse der Bürger. "Ich bedauere, dass sich einige gestört gefühlt haben. Dass Kinder nicht immer schweigen, ist doch normal", so der Landrat. Ob der Konflikt zwischen den Anwohner und der Gemeinde mit dem Ende voriger Woche erzielten Kompromiss tatsächlich beendet sein wird, steht für Marie-Louise Tepper und Walter Giesen noch nicht fest. Beide wollen erst den genauen Inhalt der unterzeichneten Vereinbarung kennenlernen. "Änderungen und Ergänzungen zu den vom Rhein-Kreis Neuss genehmigten Unterlagen finden bei uns keine Akzeptanz", betonen die frühere CDU-Vorsitzende und der inzwischen der Union angehörende ehemalige UWG-Fraktionschef. "Nach Aussagen von Bürgermeister Albert Glöckner wird nur nach der genehmigten Baugenehmigung gehandelt. Wir haben bei ihm eine Kopie der Baugenehmigung sowie der getroffenen Vereinbarung mit den Klägern nebst allen Anlagen und Auflagen angefordert", sagt Giesen. Baugenehmigung und Vereinbarung sollen miteinander abgeglichen werden. Sollten die den Anwohnern gemachten Zugeständnisse über das in der Baugenehmigung Vorgesehene hinausgehen, würden die beiden in der Vereinbarung lediglich einen faulen Kompromiss sehen. Die Jugendlichen hätten in der Planungsphase des im September eröffneten Spielplatzes eigentlich bereits zu viele Zugeständnisse machen müssen.

Einsicht in die Baugenehmigung hatte Baudezernent Hans-Josef Schneider Walter Giesen vorige Woche unter Hinweis auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf abgelehnt. Nachdem die Anwohner sich in der Vereinbarung zur Rücknahme der Klage bereiterklärt hatten, versuchte es Giesen jetzt erneut. Bürgermeister Albert Glöckner zeigt sich willens, dem Ansinnen nachzukommen. Er verweist jedoch auf die noch laufende Prüfung durch den Rechtsanwalt der Gemeinde. Zurückgezogen worden war die Klage bis gestern nicht.

(NGZ)
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