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Rommerskirchen: Zwei Kitas droht das Aus

Rommerskirchen : Zwei Kitas droht das Aus

Die Zahl der Kinder ist deutlich gesunken, in der Gemeinde gibt es zu viele Kindergartenplätze. Zwei einst als Notlösungen gegründete Gruppen sollen 2012 wegfallen.

Am Donnerstagabend wird der Bildungsausschuss eine Vorentscheidung treffen. Folgt das Fachgremium dem Vorschlag der Verwaltung, dann steht dem in der Butzheimer Begegnungsstätte Alte Schule untergebrachten, eingruppigen Kindergarten "Gillbachspatzen" ebenso vor dem Aus wie die Naturgruppe der Frixheimer Tagesstätte "Pusteblume". Die Schließung soll nicht erst zum 1. August 2012 erfolgen. "Wir wollen einen familienfreundlichen Übergang", betont Dezernent Dr. Elmar Gasten. Er hofft, dass sich der Ausschuss am Donnerstag dem Vorschlag der Verwaltung anschließen wird. Auch wenn es bei einigen Politikern unverkennbare Bauchschmerzen gibt: "Ich würde mich freuen, wenn wir eine Vorentscheidung bekommen, um den betroffenen Eltern frühzeitig sagen zu können, wohin die Reise geht."

Die Ursachen für die beabsichtigten Schließungen mögen vielfältig sein, letztlich ist der Geburtenrückgang verantwortlich. So wird im Bereich von Anstel bis Butzheim bis 2012 mit einer drastischen Überversorgung mit regulären Kindergartenplätzen gerechnet: Bis zu 170 Prozent würde die Quote dann reichen, während im Rommerskirchener Ortskern eine Unterversorgung bestünde. Dort läge die Versorgungsquote bei 86 Prozent. "Eingruppige Einrichtungen haben einen gewissen Charme, aber in der Betriebsführung auch gewisse Nachteile", umschreibt Gasten die Gründe für die beabsichtigte Schließung der "Gillbachspatzen", die in diesen Tagen ihr zehnjähriges Bestehen feiern.

Die Naturgruppe des seit geraumer Zeit neben der Frixheimer Gemeinschaftsgrundschule beheimateten Kindergartens "Pusteblume" ist noch ein paar Jahre älter: Einst wegen Platzmangels eher als Notlösung empfunden, wurde die Naturgruppe zeitweise sehr populär, was sich indes mittlerweile geändert hat: "Die sinkende Nachfrage", so Gasten, resultiert seiner Auffassung nach daher, dass die Betreuung in der Naturgruppe nur an 25 Stunden in der Woche angeboten wird. Der Trend jedoch sei ein anderer und gehe in Richtung der ganztägigen Betreuung "von 35 bis 40 Stunden".

Bei einer Auflösung der Gruppe müsste deren Programm nicht vollständig verschwinden: "Naturpädagogik hat ihren Sinn, man könnte sie vielleicht stärker in das Konzept der ,Pusteblume' integrieren", regt Gasten an. Ob für die Naturgruppe das allerletzte Wort bereits gesprochen ist, steht dahin: Derzeit wartet die Verwaltung noch auf eine Antwort des Landschaftsverbands, ob eine Aufstockung des Angebots der Naturgruppe auf 35 Stunden möglich wäre.

(NGZ)