Rommerskirchen: Ziegelhof kann wieder hoffen

Rommerskirchen : Ziegelhof kann wieder hoffen

Der Reitbetrieb des Haflingergestüts soll wie bisher weitergeführt werden. Willi Wilden von den "3 Colonias" hat das Benefizkonzert am Freitag in Knechtsteden binnen weniger Wochen organisiert.

Einmal abgesehen davon, dass er sowohl bei den "3 Colonias" als auch als Solist auf der Bühne steht, ist Willi Wilden auch Amateur-Reittrainer, und auf dem Ansteler Ziegelhof ist er auch schon mal gewesen.

Als er von der Insolvenz des dortigen Haflingergestüts erfuhr, zögerte der pferdebegeisterte Karnevalist nicht lange: Benefizkonzerte hat er schon öfter organisiert und auch jetzt brauchte es nur wenig Zeit, ehe das Konzert zugunsten des neuen Fördervereins für den Ziegelhof am Freitag in der Knechtstedener Theaterscheune zustande kam.

"Ich bin total begeistert von Menschen, die sich für Kinder einsetzen", beschreibt Wilden sein Motiv, sich zu engagieren. Das gut viereinhalb Monate nach der Insolvenz des Haflingergestüts Ziegelhof stattfindende Solidaritätskonzert ist für Fritz und Gerda Lesemann ein weiterer Lichtstreifen am Horizont, nachdem vergangenen November die geplante Versteigerung der 58 auf dem Hof lebenden Haflinger kurzfristig abgewendet werden konnte: Eine Mäzenin kaufte die zwischen einem und 29 Jahre alten Tiere damals für 50 000 (die NGZ berichtete).

"Die Pferde bleiben auf jeden Fall hier", sagt Gerda Lesemann. Auch der Reitbetrieb beginnt sich merklich zu erholen: "Zuletzt hatten wir wieder unheimlichen Zulauf", erzählt Fritz Lesemann. Allein am vergangenen Sonntag seien acht neue Reiter auf dem Ziegelhof aufgetaucht. Das aus den vergangenen Jahren gewohnte Programm soll wie bisher fortgeführt werden. Offen ist dabei, wer dabei die Regie führen wird: In Frage kommen der von Ute Nebel geleitete "Freundeskreis und Förderverein für den Reitsport Ziegelhof" oder der Verein "PferdeSport und ReitTherapie Ziegelhof", dessen Vorsitzenden nach wie vor Fritz Lesemann ist.

Demnächst steht die Komplettierung des Vorstands an, ein Stellvertreter fehlt noch. Der Förderverein wird über die Verwendung des Erlöses aus dem Benefizkonzert entscheiden. Alle Beteiligten verzichten am Freitag auf eine Gage. Jürgen Deneke, Geschäftsführer des Klosterhofs, stellt die Theaterscheune unentgeltlich zur Verfügung.

Dabei sein wird auch Bläck Fööss-Urgestein Peter Schütten, mit dem Willi Wilden im Duett singen möchte. Dessen Tochter hatte vergangenen November auf dem Ziegelhof ihren Geburtstag gefeiert, wofür ihr Gerda Lesemann dankbar ist: "Sie hat sich von dem ganzen Theater nicht verrückt machen lassen." Mit seinen Reitschülerinnen — "Willis wilden Weibern" — wird Wilden auch seinen Ohrwurm "Mit dem Pony durch die Eifel" anstimmen. "Auf den Namen sind sie selbst gekommen, in Wirklichkeit sind sie gar nicht wild", fügt der Musiker schmunzelnd hinzu.

(NGZ/rl)