Zahl der Urnengräber in Rommerskirchen steigt stark 

Bestattungen in Rommerskirchen : Zahl der Urnengräber steigt stark

Deshalb werden derzeit noch „brach“ liegende Flächen künftig zu weiteren Urnengrabfeldern.

Rechtlich möglich waren Urnenbestattungen in Rommerskirchen schon seit es die Gemeinde nach der Kommunalen Gebietsreform 1975 in ihrer heutigen Form gibt. Gebrauch gemacht wurde hiervon nur in relativ wenigen Ausnahmefällen. Erst nach der Jahrtausendwende setzte sich auch in der nach wie vor ländlich geprägten Gemeinde ein Wandel in der Bestattungskultur durch, der geradezu rasant verlaufen ist.

Schon Ende des vergangenen Jahrzehnts schmolz der „Vorsprung“ der „klassischen“ Erdbestattungen mehr und mehr dahin, 2012 gab es erstmals mehr Urnenbestattungen. Der Trend setzte sich auch in den kommenden Jahren ungebrochen fort. Gab es 2014 noch 56 herkömmliche Beerdigungen, waren damals bereits 69 Urnenbestattungen zu verzeichnen. 2015 erfolgten erstmals über 100 Urnenbestattungen – Tendenz weiterhin steigend. 2019 gab es bislang 89 Urnenbestattungen und 60 auf die jahrhundertelang übliche Weise.

 All dies schlägt sich auch im Erscheinungsbild der Friedhöfe, wie etwa dem an der Nettesheimer Martinusstraße, nieder. Potenzielle Erweiterungsflächen wurden dort nicht mehr benötigt und sind schon vor einigen Jahren bebaut worden.

Besonders augenfällig ist die zu großen Teilen „brach“ liegende Fläche links vom Haupteingang des Friedhofs, die noch vor wenigen Jahren mit den bislang üblichen Reihengräbern dicht bestückt war. Inzwischen sind hier die 25 Jahre laufenden, gegebenenfalls auch verlängerbaren, Fristen für die herkömmlichen Grabstätten abgelaufen. Die Gräber wurden aufgelöst und eingeebnet, von neuen Erdbestattungen ist hier weit und breit nichts zu sehen. Bürgermeister Martin Mertens und sein Stellvertreter Hermann Schnitzler verweisen darauf, dass auch hier „vermehrt Urnengräber entstehen sollen“.

Die vom Bau- und Grünflächenausschuss eingesetzte Friedhofskommission habe schon wichtige Vorentscheidungen getroffen. Wie der zuständige Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert vor den Sommerferien dem Ausschuss berichtete, haben sich die Mitglieder bei ihrer bislang letzten Besichtigung entschieden, das in Nettesheim geplante Urnengrabfeld kreisförmig anzulegen, wie dies bereits bei den beiden Friedhöfen in Rommerskirchen der Fall ist.

„Wir müssen abwarten, wie lange es dauert, bis das neue Urnenfeld voll gelaufen“ ist, sagt Reimert angesichts der leeren Flächen – auf denen sich nach wie vor vereinzelt noch „klassische“ Grabstellen befinden. Dass diese Flächen einmal ihr altes Erscheinungsbild zurück erhalten könnten, ist für Reimert angesichts des klaren Trends unrealistisch. Vor abschließenden Entscheidungen gilt es jedoch, die Entwicklung beim neuen Urnenfeld im Auge zu behalten.

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