Rommerskirchen: Wohnungs-GmbH gewinnt an Konturen

Rommerskirchen: Wohnungs-GmbH gewinnt an Konturen

Heute soll der Rat eine Machbarkeitsstudie für die Gründung einer interkommunalen Wohnungbaugesellschaft auf den Weg bringen. Neben Bedburg wäre auch Kerpen an Bord. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zeigt sich wenig begeistert.

Die seit einem Jahr gemeinsam mit der Nachbarstadt Bedburg angestellten Überlegungen zur Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft konkretisieren sich. Heute soll der Rat die Erstellung einer Studie zur wirtschaftlichen Machbarkeit der Gründung einer gemeinsamen interkommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Auftrag geben. In Bedburg steht dieselbe Entscheidung des dortigen Rats, der am kommenden Dienstag tagt, bevor. Dritter im Bunde ist die Stadt Kerpen. Hier werden sich die entsprechenden Fachausschüsse und der Rat im Januar 2018 mit der Sache beschäftigen. "Bürgermeister Dieter Spürck hat zugestimmt, sich an den Kosten für die Erstellung der Studie zu beteiligen", sagt Erhard Nimtz, Pressesprecher der Stadt Kerpen.

Bürgermeister Martin Mertens zufolge sehen sich alle drei Kommunen vor ähnlichen Problemen . Einerseits gebe es "einen großen Bedarf an Wohnraum in der gesamten Region", andererseits seien Interessenten mit steigenden Mietpreisen konfrontiert: "Immer mehr Menschen können diese Preise nicht bezahlen." Wie Mertens betont, soll es um "Mietwohnungsbau für Normalverdiener" gehen. Beispielhaft nennt er Krankenpfleger, Polizisten oder Verkäuferinnen, deren "Einkommen nicht mit den Mietpreisen steigt." Die für die mittelfristige Zukunft ins Auge gefassten Mietwohnungen sollen sich in die vorhandene Baustruktur integrieren: In Betracht komme eine zweieinhalbgeschossige Bauweise für sechs bis acht Parteien. Nicht geplant seien "Hochhäuser". Ziel einer gemeinsamen Wohnungsbaugesellschaft sei die Deckung des akuten Wohnungsbedarfs, zufrieden wäre der Rommerskirchener Bürgermeister mit "einer schwarzen Null."

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Überaus reserviert reagiert Landrat Hans-Jürgen Petrauschke auf die aktuelle Entwicklung. "Ich verstehe nicht, warum Kerpen und Bedburg sich als Anteilseigner einer kommunalen Wohnungsgesellschaft an einer weiteren beteiligen wollen." Die beiden Städte im Rhein-Erft-Kreis gehören der 1948 gegründeten "Erftland" an, die ebenso wie die angestrebte Gesellschaft eine GmbH ist. Wenig Verständnis hat Petrauschke zudem für die "grenzüberschreitende" Kooperation Rommerskirchens. Seiner Auffassung nach hätte sich die Gemeinde auch mit kreisangehörigen Kommunen zusammentun können, um eine Wohnungsgesellschaft zu gründen. Mertens' Argument, dass andere Kommunen und bestehende Gesellschaften andere Prioritäten hätten, lässt er nicht gelten: "Es gibt nur eine Gesellschaft in Neuss."

"In der Analyse der Situation am Wohnungsmarkt sind wir uns einig", sagt Mertens mit Blick auf seine beiden Kollegen Dieter Spürck und Sascha Solbach. Die Übereinstimmung mit dem Landrat beziffert er auf immerhin "95 Prozent" - wäre da nicht der Schritt über die Kreisgrenzen hinaus. Der lässt sich übrigens auch nicht als parteipolitisches Manöver der beiden Sozialdemokraten Mertens und Solbach werten: Dieter Spürck gehört der CDU an, die in Kerpen auch stärkste Ratsfraktion ist.

(NGZ)