Rommerskirchen: Wirtschaftskontakte zu China bahnen sich an

Rommerskirchen: Wirtschaftskontakte zu China bahnen sich an

In der ostchinesischen Hafenstadt Qingdao besteht Interesse an wirtschaftlicher Kooperation - für die Gemeinde gilt dies ebenso.

Seit mittlerweile 18 Jahren lebt Jianpeng Hu in Deutschland. 2012 zog er von Köln nach Rommerskirchen, im vergangenen Jahr nahm an der Meeli-Beese-Straße 6 sein Unternehmen Sinoma Europa GmbH den Betrieb auf. Als chinesischer Unternehmer pflegt Jianpeng Hu enge wirtschaftliche Kontakte in die Volksrepublik China. Die könnten jetzt auch der Gemeinde Rommerskirchen zugute kommen. Und nicht allein der, wie Bürgermeister Martin Mertens mit Blick auf den "Six-Pack" Rommerskirchen, Grevenbroich, Bergheim, Bedburg, Elsdorf und Jüchen sagt. Jianpeng Hu war nämlich maßgeblich daran beteiligt, den Kontakt zum Deutsch-Chinesischen Ökopark Qingdao herzustellen. Der kam gestern im Rathaus mit Wei Zhao zustande, dem Chefrepräsentanten des Deutsch-Chinesischen Ökoparks in Deutschland. Seitens chinesischer Unternehmen aus der Region Qingdao besteht nämlich großes Interesse, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten nach Deutschland, speziell nach Nordrhein-Westfalen auszudehnen.

Nicht ohne Grund, wie Liony Bauer von der Landes-Wirtschaftsförderung "NRW.invest" weiß: "Es gibt in Nordrhein-Westfalen 1150 chinesische Unternehmen. Damit sind wir europaweit die Nummer eins", weiß sie. Nach den Niederlanden ist China sogar der zweitgrößte Handelspartner für NRW. Eine Niederlassung eng kooperierender Unternehmen in Rommerskirchen wäre natürlich die Wunschvorstellung des bereits vor Ort ansässigen Unternehmers Jianpeng Hu. Das Kerngeschäft des gebürtigen Chinesen besteht im Import von LED-Leuchtmitteln und weiteren Haushaltswaren aus China und dessen Vertrieb über den Onlineauftritt stylehome24.de.

Wie Wei Zhao bei dem gestrigen Gespräch im Rathaus deutlich machte, ist das Interesse von chinesischer Seite durchaus breit gefächert. "Lebensmittel, Haushaltswaren und Autos" stehen zwar obenan, ohne dass die Produktpalette deshalb ausgereizt wäre, die für die Chinesen interessant ist. Dass die Wirtschaftsregion Qingdao auf Deutschland spezialisiert ist, hat bis in die Kolonialzeit reichende historische Wurzeln und kommt heute unter anderem dadurch zum Ausdruck, dass der Ökopark und seine Handelsgesellschaft der größte Verkäufer von Bitburger Bier und exklusiver Partner von Rossmann in China sind. Weltweit bekannt ist die Küstenmetropole zudem für ihr eigenes Bier namens Tsingtao, an dessen Ursprüngen gleichfalls traditionelle deutsche Braukunst stand.

Was die Chinesen an Rommerskirchen sowie denkbaren Partnern im "Six-Pack" reizt, ist nicht zuletzt die geografische Lage unweit der beiden Metropolen Köln und Düsseldorf samt der dazugehörigen Flughäfen.

Wirtschaftsförderin Bele Hoppe zufolge soll es womöglich schon in der zweiten Jahreshälfte ein dem Thema China gewidmetes Unternehmerforum geben, das zugleich Unternehmen der anderen Kommunen im "Six-Pack" ansprechen soll. Angesichts von 500 seit 2014 in der Gemeinde geschaffenen Arbeitsplätzen wäre jeder weitere "ein Mehrwert" für die Einwohner, betont der Bürgermeister.

(NGZ)