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Rommerskirchen: Wirtschaftsinitiative in der Krise

Rommerskirchen : Wirtschaftsinitiative in der Krise

Zum jüngsten Treffen der Wirtschaftsinitiative WIR erschienen gerade einmal zehn der 45 Mitglieder. Vorsitzender Wolfgang Könen bleibt vorerst im Amt, Geschäftsführer Fred Meurer trat zurück.

Wenn es noch eines Belegs für die Krise bei der "Wirtschaftsinitiative Rommerskirchen — WIR" bedurft hätte, so lieferten ihn die Mitglieder: Gerade einmal zehn von 45 fanden sich jetzt zu einem Treffen ein, bei dem es um die Suche nach potenziellen Kandidaten für die Nachfolge des Vorsitzenden Wolfgang Könen und des Geschäftsführers Fred Meurer gehen sollte. Könen zeigte sich restlos enttäuscht von der Resonanz.

Während Fred Meurer offiziell seinen Rücktritt erklärte und lediglich kommissarisch im Amt bleiben will, fungiert Wolfgang Könen bis auf weiteres weiter als WIR-Vorsitzender. Allein deshalb, um die Existenz des Vereins zu retten, der ohne einen handlungsfähigen Vorstand binnen weniger Wochen rechtlich vor dem Aus. Könen hatte kurz vor dem Sommermarkt im Juni seine intern schon häufiger geäußerten Rückzugsabsichten in einem NGZ-Interview öffentlich gemacht. Der Rechtsanwalt ist CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender und wird in Kürze zum zweiten Mal Vater. Heißt: Es mangelt ihm schlicht an Zeit, um den seit 2005 ausgeübten Vorsitz weiterzuführen.

Anders liegen die Dinge bei Fred Meurer. Der Geschäftsführer des Center am Park (CaP) gehörte 2000 zu den WIR-Gründern. Angesichts der geplanten Netto-Ansiedlung am Eckumer Steinbrink hat er sich vor einem Jahr mit Bürgermeister Albert Glöckner überworfen. Die Anstrengungen der Firma Schumacher bei der Umwandlung der einstigen Metallhütte in einen Einkaufspark honoriere die Gemeinde durch eine Verschärfung der Konkurrenzsituation, kritisierte Meurer vor einem Jahr. Bereits damals hat er sich weitgehend aus der WIR-Arbeit zurückgezogen.

Elmar Gasten, Leiter des Wirtschaftsbüros im Rathaus, bedauert die Entwicklung bei WIR, zumal "der Verein im Jahr 2000 maßgeblich auf Initiative des Wirtschaftsbüros gegründet wurde". Auch wenn mit seiner Stellvertreterin Juliane Paefgen ein Mitglied der Verwaltung dem WIR-Vorstand angehört, sieht er nicht viele Möglichkeiten, zu helfen. "Wir wollen in jedem Fall versuchen, den Sommer- und den Martinsmarkt zu erhalten", erklärte Gasten gestern. Das Angebot an WIR, das organisatorische Tagesgeschäft vom Wirtschaftsbüro abwickeln zu lassen, stehe noch.

Bei den Gewerbetreibenden fehle jedoch bislang das Interesse, auf diesen Vorschlag einzugehen. Die Aussichten auf einen Martinsmarkt im November scheinen gegen Null zu tendieren. Es sei denn, Fred Meurer organisiert die bisherigen Märkte rund ums CaP in eigener Regie, wie er unlängst angedeutet hatte.

(NGZ)