1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Willkommensgeschenke für Flüchtlinge

Rommerskirchen : Willkommensgeschenke für Flüchtlinge

Die Bürgerstiftung übergibt heute Grundnahrungsmittel für die etwa 60 in der Gemeinde untergebrachten Menschen.

In der Debatte um die zunehmende Zahl von Flüchtlingen bezieht die Bürgerstiftung Rommerskirchen klar Stellung: "Wir wollen signalisieren, dass alle Flüchtlinge in Rommerskirchen willkommen sind, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion", sagt Eckart Roszinsky, der Vorsitzende der Bürgerstiftung. Gemeinsam mit Willi Kremer-Schillings, dem Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums, hat er in den vergangenen Tagen fleißig Einkaufstüten mit Grundnahrungsmitteln gepackt. Die will die Bürgerstiftung heute im Ratssaal den rund 60 im Gemeindegebiet untergebrachten Flüchtlingen aushändigen.

Bürgermeister Martin Mertens begrüßt das Engagement der Bürgerstiftung: "Die Aktion trägt dazu bei, den Menschen, die oft unsägliches Leid hinter sich haben, das Gefühl zu vermitteln, hier willkommen zu sein. Das gilt auch und besonders für Familien mit Kindern." Das Willkommengeschenk der Bürgerstiftung enthält haltbare Lebensmittel wie Mehl, Reis, Nudeln, Zwiebeln, Öl, Essig, Zucker und Honig. Auch an die sechs Kinder im Alter von einem bis zu 14 Jahren haben Roszinsky und Kremer-Schillings gedacht: Für die gibt es Tüten mit Spielzeug und Malutensilien, aber auch Kuscheltiere, Bausteine und Puzzles. Mit Spielzeug haben schon die Jungen und Mädchen des Lernzentrums "Pfiffikus" kurz vor Weihnachten Flüchtlingskinder beschenkt (die NGZ berichtete). Dankbar sind die Vertreter der Bürgerstiftung Rewe-Geschäftsführer Franz-Günther Herbel, der die Aktion mit einer "sehr großzügigen" Naturalienspende gefördert habe.

  • Wettbewerb in Rommerskirchen : Bürgerstiftung ruft zum Azubi-Wettbewerb auf
  • Rommerskirchen und Rhein-Kreis kooperieren : Gemeinde will Wohnungsbau forcieren
  • Persönliche Übergabe am Rathaus: Die Bürgerinitiative
    Energiewende in Alpen : Gegenwind übergibt Gegenargumente

Finanziert hat die Bürgerstiftung das Ganze aus einer eigens für soziale Zwecke bestimmten Einzelspende, betonen die beiden Initiatoren. Bereits früher habe die Bürgerstiftung bei sozialen Notlagen in Einzelfällen finanziell und materiell geholfen, so Eckart Roszinsky. Seit November sind die Vorbereitungen für die Geschenkaktion im Gange. Bei einer einmaligen Aktion zugunsten der Flüchtlinge will es die Bürgerstiftung nicht bewenden lassen. Ein denkbares Projekt unter dem Stichwort "Fundräder" bestünde laut Eckart Roszinsky darin, gegen einen geringen Betrag von der Gemeinde aufgefundene Fahrräder, deren Eigentümer sich definitiv nicht mehr feststellen lassen, zu kaufen und den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Angesichts der Tatsache, dass sich viele Flüchtlinge schon etliche Monate hier aufhalten und mit einer baldigen Rückkehr in ihre Heimatländer nicht zu rechnen ist, sollte nach Auffassung der Bürgerstiftung auch der Aspekt der Integration eine Rolle spielen. Deren Fundament wäre die Möglichkeit, sich verständigen zu können. Kremer-Schillings wirft daher die Frage auf, ob nicht die Gemeinde oder eine andere Einrichtung Sprachkurse für die Flüchtlinge organisieren könnte. Unter dem Dach der Volkshochschule (VHS) hat es eigens für Flüchtlinge bestimmte Deutschkurse in den vergangenen Jahren zeitweise gegeben. Laut VHS-Leiter Elmar Gasten wird überlegt, für das im September beginnende Herbstsemester wieder solche Kurse anzubieten. Wer die Bürgerstiftung bei Aktionen für Flüchtlingen unterstützen möchte, kann dies Eckart Roszinsky zufolge "gerne mit einer zweckgebundenen Spende tun".

(S.M.)