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Rommerskirchen: Wilde Müllkippen häufen sich

Rommerskirchen : Wilde Müllkippen häufen sich

Schon jetzt haben die Mitarbeiter des Bauhofs fast so viele Arbeitsstunden für die Entsorgung aufbringen müssen wie im ganzen Jahr 2009. Vor allem Hausmüll liegt herum, aber auch größere "Fundstücke" sind keine Seltenheit.

Gerade einmal gut sechs Wochen sind vergangen, seit rund 900 ehrenamtliche Helfer zum Frühjahrsputz ausgeschwärmt waren — und etliche "wilde" Müllkippen entsorgten. Musste die stattliche "Putzkolonne" schon im März feststellen, dass gegen den Trend der Vorjahre wieder viel mehr Abfall in freier Natur entsorgt wurde, geht das unschöne Treiben seither munter weiter: "Vor allem an gut befestigten Wegen, die etwas abseits liegen und nicht gut eingesehen werden können", wird nach den Worten von Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert allerlei Unrat deponiert. "In den vergangenen Jahren war das Aufkommen an wildem Müll eher konstant, in den vergangenen Wochen ist es jedoch wieder mehr geworden." Überwiegend handelt es sich um Hausmüll, der eigentlich bequem in der grauen Mülltonne entsorgt werden könnte, aber auch alte Reifen, Bauschutt, ja komplette Badezimmereinrichtungen werden von den Mitarbeitern des Bauhofs gefunden. Ein Fund diesen Kalibers wurde kürzlich nahe der Mülldeponie Gohr gemacht — allerdings auf dem Gebiet der Nachbarstadt Dormagen, die dort den Müll einsammelte.

Neben dem strategischen Bahndamm als traditionell "wildester" Müllkippe der Gemeinde ist insbesondere auch der von Eckum in Richtung Gill führende Bahndamm betroffen. "Wir versuchen, die Sachen möglichst schnell zu beseitigen, denn wo einmal etwas liegt, kommt schnell etwas dazu", sagt Reimert. Der auf dem Vanikumer Bauhof befindliche Container ist in diesem Frühjahr schon mehrfach gefüllt worden. Wie sehr das Problem gewachsen ist, lässt sich an den Einsatzstunden der Mitarbeiter ablesen: Waren diese während des gesamten Jahres 2009 120 Stunden damit beschäftigt, wilden Müll zu entsorgen, haben sie bereits jetzt die 100-Stunden-Marke übertroffen. Wie der Tiefbauamtsleiter sucht auch Rathaus-Sprecher Dr. Elmar Gasten nach einer Erklärung: "Der Müll kann für relativ kleines Geld entsorgt werden." Seinen Unrat statt in der Tonne einfach in der freien Botanik zu deponieren, kann — je nach Menge und Gefährlichkeit — mit saftigen Geldbußen bestraft werden. Zumindest im Prinzip: Damit das Ganze juristisch auch wasserdicht ist, müssen die Täter auf frischer Tat ertappt werden.

Reimert kann sich an einen Fall erinnern, bei dem sich am "Tatort" Name und Adresse des mutmaßlichen Täters fanden. Der berief sich gegenüber der Verwaltung darauf, seinen Abfall ordnungsgemäß entsorgt zu haben — und hatte keine Ahnung, wie dieser als wilder Müll die Landschaft verschandeln konnte. Geklärt wurde dieser Fall nicht abschließend.

(NGZ)