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Rommerskirchen: Wie Bauern den Bienen helfen

Rommerskirchen : Wie Bauern den Bienen helfen

Das Veterinäramt bietet Imkern Unterstützung bei der Bekämpfung der für Bienen meist tödlichen Varroamilbe an. Viele Landwirte nehmen an der Aktion "Rheinische Bienenweide" teil und setzen Pflanzen, die die Insekten mögen.

Ganz so schlimm wie erwartet ist das Bienensterben zuletzt nicht ausgefallen. Gleichwohl besteht kein Grund zur Entwarnung, auch wenn im Rhein-Kreis Neuss die Verlustquote zuletzt sogar besonders gering war. Hier überstanden "lediglich" 13 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht. Im Regierungsbezirk Düsseldorf lagen die Verluste bei 22 Prozent, was in etwa dem bundesweiten Durchschnitt entspricht.

Prognosen vom Herbst 2011 gingen davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Bienenvölker den Winter nicht überstehen würden. Arndt Vossen vom Veterinäramt des Kreises weist darauf hin, dass gleichwohl "die Winterverluste im Vergleich zum Durchschnitt erhöht sind". Im Kampf gegen das Bienensterben sind auch die Landwirte engagiert. "Ein Rückgang der Bienenpopulation hätte für uns katastrophale Folgen", weiß Hubertus Velder, der in Rommerskirchen den Vanikumer Hof betreibt. Gerade die heimischen Rübenbauern sind auf natürliche Bestäuber wie Bienen, Hummeln und andere Insekten angewiesen. Stürben diese aus, hätte dies für die Ernteerträge überaus negative Konsequenzen.

Gemeinsam mit vielen Kollegen beteiligt er sich erneut an der 2011 gestarteten Aktion "Rheinische Bienenweide". Die wird nach Velders Worten in diesem Jahr noch intensiviert. "Ich kann nur dazu ermuntern, viel mehr in Blühstreifen zu investieren", wirbt er um ein verstärktes Engagement. Auf den Blühstreifen finden sich Gelbsenf, Phacelia oder Buchweizen — alles Pflanzen, die für Bienen besonders bekömmlich sind. Mit der Rheinischen Bienenweide säen die Bauern Feldecken oder kleinere Feldstücke ein. Velder zufolge sind als Blühstreifen "aber auch Feldränder geeignet, an denen die im Herbst gerodeten Rüben gelagert werden".

Initiiert haben das Projekt "Rheinische Bienenweide" der Rheinische Rübenbauerverband, der Rheinische Landwirtschaftsverband, die Zuckerrübenzüchter sowie das Unternehmen Pfeifer und Langen. Hauptzweck der Aktion ist es zwar, den Bienen auch im Winter einen möglichst reichhaltig gedeckten Tisch zu bescheren. Hubertus Velder zufolge profitieren aber auch Vögel, Insekten und Wildtiere von den Blühstreifen.

Zu den Faktoren, die den Bienen das winterliche Überleben erschweren, zählt unter anderem die Varroamilbe. Nach den Worten von Arndt Vossen besteht zwar die Möglichkeit, mittels einer sogenannten Allgemeinverfügung dafür zu sorgen, dass die Bienenvölker gegen diese Milbe behandelt werden. Eine solche Verfügung könne jedoch eine — bislang nicht vorhandene — Regelung auf Landesebene ersetzen.

Bekämpfungsmittel gegen die Varroamilbe können Imkervereine über das Veterinäramt beziehen.

(S.M.)