Rommerskirchen: Wenn Tiere zu Unfallopfern werden

Rommerskirchen : Wenn Tiere zu Unfallopfern werden

Rommerskirchen Das Szenario kennt Winfried Bender nur zu gut: Es ist mitten in der Nacht und das Telefon klingelt. Wenn das passiert, schreckt der Jagdpächter hoch. Denn meist ist um diese Uhrzeit nur eine Institution am Telefon: Die Polizei, die Wilfried Benders Hilfe braucht.

Rommerskirchen Das Szenario kennt Winfried Bender nur zu gut: Es ist mitten in der Nacht und das Telefon klingelt. Wenn das passiert, schreckt der Jagdpächter hoch. Denn meist ist um diese Uhrzeit nur eine Institution am Telefon: Die Polizei, die Wilfried Benders Hilfe braucht.

Denn, wenn sie anruft, ist wieder irgendwo auf der Bundesstraße 477 zwischen der Gohrer Mülldeponie und Pfannschuppen ein Tier angefahren worden. Ein Szenario, das sich in vergangener Zeit wieder gehäuft hat.

Rund 20 bis 30 Mal im Jahr muss der Jagdpächter und Hundezüchter zu Einsätzen herausfahren. "Das ist eigentlich keine schöne Arbeit", bekennt Bender. Denn in den meisten Fällen können die angefahrenen Tiere nicht mehr gerettet werden.

"Es bleibt mir dann nichts anderes übrig, als sie von den Leiden und Schmerzen zu erlösen", sagt der Rentner. Eine Arbeit, die nur wenige Jäger bereit sind zu machen. "Mir macht es auch keinen Spaß. Aber ich weiß, dass ich die Tiere erlöse", sagt der Rommerskirchener.

Seine ehrenamtliche Arbeit ist jedoch nicht immer mit einer Fahrt zum Unfallort und einem Schuss erledigt. "Die Tiere versuchen oft mit ihren letzten Kräften zu flüchten", erklärt Bender. Das bedeute dann, dass der Jäger mit seinem Hund erst die Fährte der verletzten Tieren aufnehmen muss. Um seiner Jägertätigkeit, der Wilfried Bender bereits seit über 40 Jahren nachgeht, gerecht zu werden, hat er von 25 Jahren mit der Zucht der "Deutsch-Drahthaar"-Rasse begonnen.

Der "Deutsch-Drahthaar" ist ein Jagdhund, der verletzte Tiere durch die Schweißabsonderungen oder eine Blutspur auffinden kann. Er ist somit ein großer Helfer für Winfried Bender. "Ohne meinen Hund hätte ich kaum Chancen, die verletzten Tiere zu finden", sagt der Jäger, der in den vergangenen Monaten einen Zuwachs an Unfällen mit verletzten Tieren - in erster Linie Rehe, Damwild, Füchse oder Hasen - beobachtet hat.

Erst vor wenigen Tagen hat er wieder ein schwer verletztes Reh erschießen müssen. "Wenn man das Tier mit gebrochenen Beinen und tiefen Wunden sieht, dann tut es einem wirklich leid", sagt Bender. Allerdings könne er auch nichts dafür tun, die Unfälle zu verhindern.

"Insbesondere nachts, wenn wenig Verkehr ist, überqueren Tiere die Straße und werden dann von einigen Autofahren übersehen", beschreibt Bender die Abläufe, die zu seinen Einsätzen führen. Warum sich dieses Szenario in den vergangenen Wochen gehäuft hat, wisse er nicht:Vielleicht liege es an dem Nachwuchs, den viele Tierarten jetzt bekämen.

(NGZ)
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