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Rommerskirchen: WDR-Kameramann plant Film zur B 477

Rommerskirchen : WDR-Kameramann plant Film zur B 477

Unter dem Motto "Frauen in Afrika und in aller Welt" setzte die Katholische Frauengemeinschaft (kfd) St.Martinus jetzt den Schlusspunkt unter die Feiern zu ihrem 90-Jahr-Jubiläum. Von Kassiererin Martina Fünger sei er nachdrücklich um einen Beitrag zum Thema gebeten worden, merkte Franz Wagenbach im Pfarrheim St. Martinus an.

Ein Referat mochte der Globetrotter aus Butzheim indes nicht halten; er blieb bei seinem Metier: Mehr als vier Jahrzehnte war Wagenbach als Kameramann für den WDR tätig und in aller Welt unterwegs. In Afrika verbrachte er gut zwölf Jahre und drehte dort Filme zur Situation der Frauen. Im Pfarrheim präsentierte Wagenbach zwei kürzere Streifen, die auf der Insel Sansibar und in Ghana entstanden. Insbesondere der Ghana-Film überraschte: "Wahrscheinlich hätte sich niemand vorgestellt, dass die Frauen dort so selbständig sind", meinte kfd-Sprecherin Elisabeth Niewrzella.

Dass der Markt der ghanaischen Hauptstadt Accra von Frauen dominiert wird und Männer dort nur eine geduldete Rolle spielen, gehört zu den eindrucksvollsten Sequenzen des in den 1990-er Jahren entstandenen Films von Autor Luc Leysen und Kameramann Wagenbach. Für Erheiterung bei den mehr als 50 Besuchern sorgte der Satz "Männer, auch wenn sie Geistliche sind, soll man einfach reden lassen", der anlässlich einer Trauung fällt.

Ohne dass schon Termine festgeklopft worden wären, erklärte sich Franz Wagenbach gern bereit, auch Filme zu anderen Themen zu zeigen. Seit 2006 ist der unlängst 70 Jahre alt gewordene Fernsehmann im "Unruhestand". Er macht kein Hehl daraus,dass er seine frühere Arbeit vermisst, die ihn viele Jahre in Nairobi, Paris und Moskau verbringen ließ. Für den deutsch-französischen Kultursender Arte dreht der auch als Dozent tätige Franz Wagenbach nach wie vor Filme.

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Zudem gibt es eine Reihe von Projekten, die ihn umtreiben. Eines davon ist ein Road-Movie der besonderen Art: Wagenbach würde gern einen Film über die Bundesstraße 477 drehen. Die ist ihm in ihrem gesamten Streckenverlauf aus eigener Anschauung bestens bekannt und fasziniert ihn vor allem wegen ihres Abwechlungsreichtums, der für sein geübtes Auge eine Menge von Geschichten enthält. Dass in Gohr Weiden angepflanzt werden und bei Metall Schumacher Schiffskiele entstehen, die sich auf allen sieben Weltmeeren wiederfinden lassen, sind da nur zwei Beispiele. "Ich bin wie ein Köter", sagt Wagenbach lachend über seine Art, sich auch vermeintlich belanglosen Kleinigkeiten von allen Seiten zu nähern und dabei auf Erzählenswertes zu stoßen, das sich dem nur flüchtigen Betrachter auf den ersten Blick mit Sicherheit nicht erschließt. "Ich würde den Film mit einer kleinen Kamera drehen", sagt Wagenbach. Beginnen sollte er nach seiner Vorstellung im Neusser Hafen und nach gut 95 Kilometern in Rondorf enden.

Während er das Projekt B 477 noch reifen lassen will, ist ein anderes inzwischen schon sehr konkret. In gut vier Monaten wird Franz Wagenbach nämlich nach Indonesien reisen: Auf der Insel Batam unterrichtet er von September bis Oktober gemeinsam mit seinem ehemaligen Kollegen Rolf Scheller angehende Filmemacher und Fernsehjournalisten.

(S.M.)