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Rommerskirchen: VRR kürzt Förderung für Bahnhofsumbau

Rommerskirchen : VRR kürzt Förderung für Bahnhofsumbau

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat seine Förderung zwar reduziert. Entgegen vorherigen Befürchtungen hielt sich die Kürzung jedoch im Rahmen. Der Rat votierte einstimmig für eine Fortsetzung des Projekts Bahnhofsumbau.

Ganz so schlimm, wie es Bürgermeister Albert Glöckner noch vor knapp einem Vierteljahr befürchtete, ist es doch nicht gekommen: Zwar hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds weniger Fördergelder in Aussicht gestellt als ursprünglich erhofft, dennoch hält sich der von der Gemeinde zu zahlende Betrag mit knapp 50 000 Euro noch in Grenzen. Nachdem der Rat sich einstimmig dafür aussprach, in der laufenden Anhörung gegenüber dem VRR ein positives Votum abzugeben, "kann ich beruhigt in Urlaub fahren", meinte der Bürgermeister gestern.

Foto: Kreis

Den bereits im September 2011 gestellten Förderantrag hatte die Gemeinde im Januar noch einmal aktualisiert. Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds liegen demnach bei knapp 3,1 Millionen Euro. Statt des damals erhoffen Förderanteils von über 2,3 Millionen Euro wird der VRR nun nur noch 2,27 Millionen Euro zahlen. Der von der Gemeinde zu leistende Eigenanteil steigt damit auf 817 000 Euro. Angesichts bereits geleisteter Zahlungen für den Grunderwerb und die Planung hat die Kommune damit noch einen Betrag von rund 530 000 Euro zu berappen.

Nicht förderfähig war in den Augen des VRR unter anderem die Verlegung der Einmündung nach Gut Hermeshoven. Bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds werden neue Parkplätze für Autos und Stellplätze für Fahrräder entstehen. Hinzu kommen Bushaltestellen samt Wendeschleifen sowie ein barrierefreier Abgang in die Unterführung zum Bahnsteig. Die Gemeinde will diese Arbeiten während der zweimonatigen Stilllegung der Bahnstrecke Köln-Grevenbroich in Angriff nehmen — der VRR hat hierfür grünes Licht erteilt. Andrea Seidel, die im Baudezernat für die Ausarbeitung der Förderanträge verantwortlich ist, rechnet damit, dass der Bescheid des VRR "Mitte bis Ende August" im Rathaus eingehen wird.

Im September müsste dann der Rat unter anderem den Auftrag für die Ausführungsplanung vergeben. Insgesamt wird die Neugestaltung des Bahnhofs alle Beteiligten mehr als vier Millionen Euro kosten. Angesichts der Tatsache, dass die Kostenschätzung schon mehrfach nach oben korrigiert werden musste, gab es im Rat auch skeptische Stimmen: Norbert Hufschmidt (UWG) merkte an, dass bei diesen Dimensionen als Minimum gewährleistet sein müsse, dass die Bahn die bisherigen Zugverbindungen aufrechterhalte. Holger Hamblochs Frage, ob das zentrale Bahnhofsgebäude im Eigentum der Gemeinde stehe, verneinte Albert Glöckner.

Das von der Bahn vor einigen Jahren verkaufte Gebäude wird heute von dessen Eigentümer als Wohnraum genutzt. Skurril: Nach Einschätzung des Rhein-Kreises Neuss ist das Bahnhofsgebäude angesichts des Lärms eigentlich aus gesundheitlichen Gründen unbewohnbar. "Wir haben dem Eigentümer sein Wohnrecht mit außerordentlichem juristischen Einsatz gesichert", sagte Albert Glöckner. Was das weitere Verfahren in Sachen Bahnhofsumbau angeht, hielt Glöckner Kritikern entgegen: "Es ist die Chance, und eine zweite Chance haben wir nicht."

(NGZ)