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Vorstoß in Rommerskirchen: Steuer für „gefährliche Hunde“ senken

Tierhaltung in Rommerskirchen : Grüne, FDP und UWG wollen Steuer für „gefährliche Hunde“ senken

Den Verzicht auf einen erhöhten Steuersatz für sogenannte „Listenhunde“ fordern jetzt die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, FDP und UWG.

Sie wollen, dass in Zukunft für alle Hunde ein einheitlicher Steuersatz von 78 Euro erhoben wird. In einem Brief fordern sie Bürgermeister Martin Mertens dazu auf, den gemeinsamen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Rates zu setzen. Die ist für den 21. Januar geplant.

Von den 1776 Hunden in Rommerskirchen seien die sogenannten Listenhunde mit sieben gemeldeten Tieren in einer statistisch nicht relevanten Größe vertreten. Listenhunde sind Hunde, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse als gefährlich eingestuft werden. Ob ein einzelner Hund jemals auffällig geworden ist, wird dabei jedoch nicht berücksichtigt.

Norbert Wrobel, Bündnis 90/Die Grünen, sagt: „Auch unsere Tierheime werden entlastet, indem solche Hunde überhaupt eine Chance zur Vermittlung bekommen. Tierheime machen es sich nicht einfach, Hunde zu vermitteln. Bei Listenhunden ist diese Aufwand noch viel größer.“ Bei der Abgabe von Listenhunden seien die Tierheime überdies sehr aufmerksam und prüften sowohl den potenziellen Halter, als auch die Unterbringung des Tieres.

Im Vorfeld hatten die Ratsmitglieder Katharina Janetta und Norbert Wrobel von Bündnis 90/Die Grünen einen Spaziergang mit Listenhund-Besitzern gemacht und das Tierheim in Oekoven besucht. Dabei wurde der geplante Antrag begrüßt. Außerdem kam von den Hundebesitzern die Information, dass etwa in Köln, Dormagen und Pulheim bereits für alle Hunde ein einheitlicher Steuersatz eingeführt worden sei.

Dass diese Hunde sich nicht von anderen Rassen unterscheiden, beweise auch ein Blick in die Beißstatistik, sagt Janetta. „Im Gegenteil – Die Statistik wird von Dobermännern und Schäferhunden angeführt, beides sind keine sogenannten Listenhunde.“

Durch gesetzliche Maßnahmen, wie Sachkundenachweise, ist es Personen, die für die Hundehaltung nicht geeignet sind, nicht mehr möglich, Listenhunde auf legalem Weg zu erwerben und zu halten. Das hat aber auch zur Folge, dass illegal erworbene Listenhunde in der Regel gar nicht erst angemeldet werden.

Die sogenannten Rasse-Listen beruhen auf der Annahme, dass einige Rassen genetisch bedingt, also von Geburt an, aggressiver seien als andere. Dies ist umstritten. Kritiker der Listen streiten dies ab und sagen, dass die Aggressivität den Hunden durch Menschen erst antrainiert worden sei.