Rommerskirchen: Vorentscheidung in Konverter-Frage?

Rommerskirchen : Vorentscheidung in Konverter-Frage?

Am Donnerstag äußert sich Amprion zu dem strittigen Thema. Nutznießer ist ohnehin nur RWE, sagt die UWG.

Eine offizielle Entscheidung über den Standort für den geplanten Konverter hat die Firma Amprion zwar erst zum Jahresende in Aussicht gestellt. Dennoch erwarten nicht nur die Bürgerinitiative "Contra Konverter", sondern auch die Kommunalpolitiker kommende Woche wichtige Informationen darüber, in welche Richtung die Würfel fallen werden. Während sich am Dienstag auch die Bürgermeister-Runde des Rhein-Kreises Neuss mit dem Thema beschäftigt, wird von allen politisch Interessierten vor allem die kommenden Donnerstag, 18. September, um 18 Uhr beginnende Sitzung des Bauausschusses mit Spannung erwartet. Dann nämlich soll die Firma Amprion über den aktuellen Stand der Dinge berichten.

Nicht nur die Bürgerinitiative "Contra Konverter" ist angesichts eines stattlichen Fragenkatalogs hoch motiviert, sondern auch die Politiker. Die UWG etwa will vom Verlauf der Sitzung abhängig machen, ob sie einen kürzlich im Rat einstweilen zurückgestellten Antrag aufrechterhalten wird. Darin fordert die Wählergemeinschaft, den 2012 gefassten Beschluss aufzuheben, wonach die Gemeinde dem Bau einer Hochspannungsleitung auf Rommerskirchener Gemeindegebiet zugestimmt hat. Betreiber ist auch dort die Firma Amprion, von der die UWG nach den Worten von Fraktionschefin Ulrike Sprenger erwartet, "dass sie mit offenen Karten spielt."

Zweifel hieran hat bei der UWG ein Fragenkatalog verstärkt, den die Städte und Gemeinden des Kreises Amprion vorgelegt hatten. Aus deren Beantwortung ergibt sich für Ulrike Sprenger der Schluss, dass ein Konverter im Kreisgebiet nur Sinn macht, wenn eine Höchstspannungs-Gleichstromleitung (HGÜ) unterbrochen wird. Dass dies hier der Fall ist, geschehe ausschließlich der Braunkohle wegen, ist sie überzeugt. "Den Nutzen hat nur RWE", sagt die UWG-Fraktionsvorsitzende. Das bei der Konverterfrage die Braunkohle eine entscheidende Rolle spielt, bestätigt eine Antwort von Amprion auf den Fragenkatalog. Wörtlich heißt es da: "Durch die Anbindung in Osterath (gemeint ist der Raum Osterath, zu dem etwa auch Rommerskirchen oder Gohr zählen könnten) kann sowohl Erneuerbare Energie aus dem Norden als auch Strom aus konventionellen Kraftwerken aus dem heimischen Revier nach Süddeutschland transportiert werden."

Die UWG möchte von Amprion wissen, welche Art von Stromleitung vom Konverter nach Süddeutschland geplant ist. Bisher sei unklar, ob es sich um eine 380 Kilovolt-Leitung mit Drehstrom handele oder um eine HGÜ-Leitung. Eine solche sei jetzt wieder im Gespräch, obwohl Amprion "vor zwei Jahren in der Ratssitzung noch erklärt hat, dass eine HGÜ-Leitung zu teuer sei", so Ulrike Sprenger. Die UWG will Antwort auf die Frage, ob auf eine 380-Kilovolt-Leitung ein HGÜ-Netz gespannt werden soll. Auch die zuständige Genehmigungsbehörde, das Verfahren und eine etwaige Mitwirkung von Bürgern seien unklar, so die Wählergemeinschaft.

(NGZ)