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Rommerskirchen: Viele Helfer für die Tafel

Rommerskirchen : Viele Helfer für die Tafel

Bei ihrer Gründung vor knapp zwei Jahren hatte die Rommerskirchener Tafel mit Ablehnung und anonymen Pöbeleien zu kämpfen. Inzwischen aber unterstützen viele Sponsoren und Spender die Arbeit der 16 Ehrenamtler.

Die Haustür vor der Nase zugeknallt zu bekommen, war beim Start vor gut zwei Jahren keine ungewöhnliche Erfahrung für die Mitarbeiter der Rommerskirchener Tafel. Vielfach schlug ihnen Skepsis und Misstrauen entgegen. Angesichts anonymer Pöbeleien sah sich Tafelsprecherin Heidrun Zellekens sogar genötigt, Strafanzeige zu stellen.

Mittlerweile hat sich das Klima am Gillbach offensichtlich grundlegend gewandelt. Die Tafel schwimmt auf einer Welle der Sympathie: "Vereine spenden den Erlös von Veranstaltungen für die Tafel, Handwerker arbeiten unentgeltlich für uns – wir genießen offenbar höchstes Ansehen", freut sich Heidrun Zellekens. Nach Karneval wurden gesammelte Kamelle im Tafel-Domizil an der Eckumer Kastanienallee abgegeben, sogar die Farbe fürs Anstreichen brauchte die Tafel nicht zu bezahlen. Bei allen Spendern und Sponsoren – sie wollen in aller Regel ungenannt bleiben – möchte sie sich für die im gegenwärtigen Ausmaß bislang unbekannte Unterstützung bedanken. Auch die "Kleiderkammer" der Tafel, die Leiterin Margret Lichter nach einer Mitarbeiterin viel lieber "Manu's Boutique" nennt, profitiert von der Großzügigkeit der Spender: "Es gibt wenig, das man gar nicht mehr gebrauchen kann", sagt Heidrun Zellekens über die Qualität der Kleidung, die der Tafel zur Verfügung gestellt wird. Unentgeltlich hat eine Druckerei 2000 Handzettel und 20 Plakate gedruckt. Eine ältere Dame bringt jeden Mittwoch einen selbstgebackenen Kuchen vorbei.

Abgesehen davon, dass sich die Tafel etabliert hat, vermögen die Mitarbeiter nicht zu sagen, woran genau die offensichtlich hohen Sympathiewerte liegen: "Seit drei Monaten etwa", hat es jedenfalls Heidrun Zellekens zufolge keine unangenehmen Zwischenfälle mehr gegeben. Von Beginn an gut lief die Zusammenarbeit mit den örtlichen Supermärkten, die die Tafel mit Lebensmitteln beliefern, die fachgerecht gekühlt werden müssen. Diese Aufgabe übernehmen für die Rommerskirchener Kollegen die Tafel in Dormagen und Grevenbroich, die über einen Kühlwagen verfügen. Was für Rommerskirchen ein Wunschtraum bleibt, kostet doch selbst ein kleineres Exemplar 18 000 Euro.

Die 16 ehrenamtlichen Helfer im Alter von Ende 20 bis 86 Jahren atmen nach dem zweiten mit defekter Heizung überstandenen Winter auf, auch wenn es noch bis Ende Mai dauern dürfte, bis die Dauerkühle in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude verschwunden ist. Für den kommenden Winter jedenfalls sollen leistungsfähigere Radiatoren angeschafft werden.

(NGZ)