Vergiftung: Knollenblätter-Pilz stammt aus Wäldchen von Rommerskirchen-Evinghoven

Vergiftungen in Rommerskirchen und Kaarst : Giftpilz stammt aus Wäldchen von Evinghoven

Die beiden Fälle aus dem Rhein-Kreis Neuss lösten großes Bedauern aus.

Die schweren Pilzvergiftungen bei zwei Familien aus Rommerskirchen und Kaarst mit einem Todesfall haben auch in Rathäusern Wirkung gezeigt. „Wir haben dies mit großem Bedauern vernommen“, sagte Elmar Gasten, Pressesprecher der Gemeinde Rommerskirchen, am Montag: „Wir können nur eindringlich davor warnen, Pilze einzusammeln und zu verzehren, ohne vorher mit einem Experten gesprochen zu haben.“

Die fünfköpfige Familie aus Rommerskirchen hatte nach Informationen unserer Redaktion den hochgiftigen Knollenblätterpilz in einem Wäldchen in Evinghoven gesammelt und am vergangenen Mittwoch zubereitet. In der Nacht zu Donnerstag wurde die Familie dann mit starken Vergiftungserscheinungen in Krankenhäuser gebracht: die beiden zwölf und vier Jahre alten Kinder und ein Erwachsener in die Uniklinik Köln, die Eltern zuerst ins Kreiskrankenhaus Hackenbroich. Sie wurden später auf die Unikliniken Köln und Düsseldorf verteilt.

Die dreiköpfige Familie aus Kaarst, die die Pilze nach bisherigen Erkenntnissen in ihrem lokalen Umfeld eingesammelt hatte, war in die Uniklinik in Aachen gebracht worden, wo die 28 Jahre alte Tochter verstarb. Zum Aufenthalt und Gesundheitszustand der Eltern machte die Klinik keine Angaben.

Zwischen den beiden russischstämmigen Familien gibt es nach bisherigen Erkenntnissen keinen Zusammenhang. Als die Rommerskirchener mit Rettungswagen in Kliniken gefahren wurden, stand der Korb mit übrig gebliebenen Giftpilzen auf der Terrasse. Er wurde zwecks Identifizierung der Pilzart mit ins Krankenhaus genommen. Es gibt den weißen und grünen Knollenblätterpilz, der Champignons sehr ähnlich sieht, aber hochgiftig ist und die Leber schwer angreift.

Nach Angaben der Kreispolizeibehörde wurde ein Todesermittlungsverfahren mit Obduktion und toxikologischer Untersuchung eingeleitet. „Das ist in solchen Fällen so üblich“, erklärte Polizeisprecherin Daniela Dässel.

(schum)