Rommerskirchen: Verein will Heimatgeschichte erklären

Rommerskirchen : Verein will Heimatgeschichte erklären

Der neue Verein "Heimat+Historie NE-BU 962" hat sich für das neue Jahr viel vorgenommen. Sein Ziel: Lokalhistorisches Wissen unter die Leute zu bringen. Nettesheim und Butzheim haben in dieser Hinsicht viel zu bieten.

Warum er sich dem im März 2017 gegründeten und sich der Geschichte Nettesheims und des 962 erstmals urkundlich erwähnten Butzheims widmenden Verein "Heimat + Historie NE-BU 962" angeschlossen hat, ist für Andreas Hurtz leicht zu beantworten: "Ich weiß, wann in Japan ein Sack Reis umfällt, aber nichts von Nettesheim und Butzheim. Es ist wichtig, zu entdecken, was vor der Haustür geschieht, und es gibt hier sehr viel zu entdecken", sagt Hurtz, der zwar in Sinsteden aufgewachsen, aber wie viele seiner Mitstreiter im alten Nettesheimer Krankenhaus geboren ist.

Die rund 30 Mitglieder zählende Truppe präsentiert sich zu Jahresbeginn putzmunter und wartet mit randvollem Programm auf - für das möglichst jüngere Zeitgenossen gewonnen werden sollen, wie Norbert Holzem und Theo Huppertz betonen. Lokalhistorisches Wissen unter die Leute bringen, so lässt sich das Motiv des jüngsten Vereins in der Gemeinde beschreiben.

Bereits in Kürze soll eine sich mit den sieben Fußfällen Nettesheims und Frixheims beschäftigende Broschüre erscheinen. Siebter und letzter Fußfall ist übrigens die Kapelle am Nettesheimer Friedhof, an der sich einige Querverbindungen illustrieren lassen. Erbaut wurde sie nämlich mit den gleichen Klinkern, wie sie auch bei der Entstehung des alten Nettesheimer Krankenhauses verwendet wurden. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entstanden, konnte das Krankenhaus "Maria Hilf" dank einer Stiftung der begüterten Anna Maria Ehser errichtet werden.

Auf reges Interesse dürfte sicherlich schon jetzt die angekündigte Führung durch St. Kunibert in Köln stoßen. Sie ist für 21. März geplant, wobei schon jetzt 20 Teilnehmer verbindlich angemeldet worden sind, wie Mitinitiator Walter Giesen deutlich macht. St. Kunibert, eine der zwölf romanischen und damit ältesten Kirchen Kölns, hatte überaus enge Beziehungen zu Nettesheim und Butzheim - die ihrerseits über das Mittelalter hinaus als eine der Kornkammern Kölns fungierten.

Theo Huppertz und der frühere Bürgermeister und Gemeindedirektor Peter Emunds beschäftigen sich mit Heimatliedern und alten Festschriften, die auch mit einer eigenen Veröffentlichung gewürdigt werden sollen. Gleiches gilt für die 1025-Jahrfeier Butzheim 1987/1988: Bilder, Filmaufnahmen und andere Dokumente gibt es laut Walter Giesen in einem derart großen Umfang, dass sie bei der großen Veranstaltung in der damals zur Begegnungsstätte umgebauten Alten Schule Anfang Dezember 2017 nicht annähernd vollständig gewürdigt werden konnten. Voraussichtlich im Oktober wird es daher ein zweites derartiges Treffen geben. Damit nicht genug: Auch ein Bildband soll erstellt werden.

Ende 2017 hatte die Bezirkskonferenz "NE-BU 962" 1580 Euro für die Broschüre "Unser Platt - Familienbeinamen und Spitznamen" bewilligt, die in diesem Jahr erscheinen soll. Ein besonders ambitioniertes Projekt ist die Erstellung eines historischen Wanderpfads.

(NGZ)
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