Vanikum: St.-Hubertus-Schützen feiern 125-jähriges Bestehen

Schirmherr Glöckner begeistert Publikum : Jubilare setzen auf Zusammenhalt und gute Jugendarbeit

Mit einem Festakt feierte der St.-Hubertus-Schützenverein jetzt sein 125-jähriges Bestehen. Es war ein gelungener Auftakt zum anstehenden Schützenfest.

Unter tosendem Beifall verließ Albert Glöckner, Rommerskirchener Bürgermeister a. D., die Bühne des Festzeltes. In der Rolle als Schirmherr sorgte er mit seiner Rede für den Höhepunkt des offiziellen Teils der Jubiläumsveranstaltung des St.-Hubertus-Schützenvereins. Der feiert in diesen Tagen sein 125-jähriges Bestehen, Gründungsdatum ist der 14. August 1893.

„Die drei Trompeter“, Björn Heuser und Martin Schopps waren für den Showteil des Abends verantwortlich. Präsident Arnd Heyn beschwor den Willen des Schützenvereins, der wachsenden Anonymität in der Gesellschaft entgegenzuwirken. „Brauchtumspflege, Kameradschaft, Streit und Versöhnung sind Teil unseres Vereins seit 125 Jahren. Ab morgen müssen diese Werte auch weiterhin gelebt werden.“ Entsprechend ist das am Samstag beginnende Schützenfest unter das Motto „125 Jahre Glaube, Sitte, Heimat“ gestellt worden.

„Man ist zwar auch zum eigenen Vergnügen Schütze, aber man macht das Ganze ja auch für das Dorf“, erzählt Schriftführer Manfred Seligmann kurz darauf.

Albert Glöckner lud zu einer Zeitreise ein. Die Vereinsgründung des St.-Hubertus-Schützenvereins fiel in die Zeit der Industrialisierung. Neue Arbeitsfelder wurden geschaffen. Der Grundsatz damals schon: Verbindung und Zusammenhalt. „Der Monatsbeitrag beträgt zehn Pfennig – anders als heute“, erzählte er schmunzelnd. „Bei wiederholter Trunkenheit und in derselben begangenen Exzessen darf einem Mitglied gekündigt werden.“ So amüsant schaffte es Glöckner immer wieder, mit Anekdoten Gelächter und Applaus zu erzeugen.

Zum 25-Jahr-Jubiläum endet der Erste Weltkrieg, der Kaiser dankt ab. Das 50-Jahr-Jubiläum fällt in die Wirren des Zweiten Weltkrieges. „Der Schützenverein hat die Kraft, auch diese Katastrophe zu überleben.“ Auch das Kronjuwelen-Jubiläum (75 Jahre) 1968, fällt „in eine Zeit der Erneuerung: Studentenproteste und mit Willy Brandt der erste Kanzler, der nicht der CDU angehört. „Manches geht, der Schützenverein bleibt“, betonte Schirmherr Albert Glöckner.

Das Himmelsjubiläum (100 Jahre), fand im Jahr 1993 statt, kurz nach der Wende: Auch in Rommerskirchen wird der Aufbruch in eine neue Zeit bejubelt – aber am Schützenverein wird festgehalten.“ Und das aktuelle Jubiläum fällt in die Zeit der Globalisierung, in der Arbeitsplätze abwandern.

„125 Jahre sind eine lange Zeit. Nur was wirklich wichtig ist, übersteht den Tageslauf“, sagte Glöckner. „Wir haben eine gute Jugendarbeit und hoffen, dass sich daraus auch wieder Züge bilden. Man muss es nur schaffen, die Jugendlichen danach auch zu binden“, erzählt Seligmann zuversichtlich.