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Rommerskirchen: US-Auswanderer in der Heimat

Rommerskirchen : US-Auswanderer in der Heimat

Jim Lohr, Nachkomme eines Auswanderers aus Nettesheim, besuchte mit seiner Frau Mary die Heimat seines Vorfahren. Das Paar aus Iowa traf auf Verwandte. Ahnenforscher hatten die Amerikaner auf die Spur gebracht.

Hierzulande wären solche Präferenzen nur schwer auf einen Nenner zu bringen. Jim Lohr betrachtet sich selbst als gemäßigten Republikaner, Barack Obama ist ihm politisch viel zu links – dennoch ist der US-Amerikaner aus Iowa ein großer Bewunderer der deutschen Umweltbewegung. Dass Deutschland weltweit führend sei bei der Umrüstung auf erneuerbare Energien macht Jim Lohr das Land seiner Vorfahren jedenfalls besonders sympathisch.

Gemeinsam mit seiner Frau Mary und ihren Freunden Jens und Jane Delger besuchte der promovierte Kommunikationsberater jetzt erstmals den Geburtsort seines Urgroßvaters: Matthias Löhr, am 17. Juni 1845 in Butzheim geboren, war im Juni 1867 aus unbekannten Gründen in die USA ausgewandert. Über Antwerpen ging es nach New York, von wo aus es ihn nach Illinois zog. So ziemlich das erste, was er nach seiner Ankunft in den USA tat, war die Entfernung des Umlauts in seinem Namen, der fortan Lohr lautete. Matthias Lohr starb am 4. Januar 1919 in South Dakota und hinterließ zwei Söhne und eine Tochter.

Bei seinem jetzigen Besuch am Gillbach konnte Jim Lohr mit Maria Kliem und Anna Schwenke zwei entfernte Cousinen kennenlernen. Dass sie Verwandte in den USA haben, war den beiden Schwestern zwar schon bekannt, doch um wen es sich dabei handelt, kristallisierte sich erst im vergangenen April heraus. Jim Lohr (66) hatte an Bürgermeister Albert Glöckner geschrieben, der ihn an den Geschichtskreis um Klaus Erdmann verwies. Ebenso wie dieser ist Mary Lohr (64) eine begeisterte Ahnenforscherin und war die eigentlich treibende Kraft bei der historischen Spurensuche.

Die US-Todesurkunde weist Köln als Geburtsort von Matthias Löhr aus. Als Mary Lohr herausgefunden hatte, dass dies nicht stimmen konnte, dauerte es gleichwohl noch einige Zeit, bis sie auf Nettesheim gestoßen war – wobei die akribisch geführten und von Genealogen geschätzten Akten der Mormonen eine besondere Rolle spielten.

In Rommerskirchen stand für die beiden ein Empfang beim Bürgermeister ebenso auf dem Programm wie ein Besuch der beiden Cousinen: In Nettesheim führte sie Gerti Goertz durch die St. Martinus-Kirche, wo Matthias Löhr gleich am Tag seiner Geburt getauft worden war. Vor ihrem Besuch in Rommerskirchen ließen es sich die Lohrs und ihre Freunde im Knechtstedener Klosterhof schmecken. Sauerkraut ist Jim Lohr auch aus seiner Heimat in Iowa gewohnt. So mild wie hier werde es dort aber nicht zubereitet.

(NGZ)