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Rommerskirchen: Unternehmen prüft den Bau neuer Windräder

Rommerskirchen : Unternehmen prüft den Bau neuer Windräder

Das Firma e3 traf sich mit Grundstückseigentümern, um den Bau einer Windkraftanlage zwischen Nettesheim und Oekoven auszuloten.

Am Donnerstagabend hatte das Hamburger Unternehmen e3 zu einer Eigentümerversammlung ins Hotel zur Trapp nach Stommeln eingeladen. Das auf erneuerbare Energien spezialisierte Unternehmen wollte dabei die Möglichkeit ausloten, auf Gemeindegebiet neue Windkraftanlagen aufzustellen. Möglicher Standort wäre der nur vom Bahndamm unterbrochene, durchweg landwirtschaftlich genutzte Bereich zwischen Nettesheim und Oekoven. Dort befindet sich nicht allein der geografische Mittelpunkt der Gemeinde: Nach den Worten von Bürgermeister Albert Glöckner ist es auch deren "Herzstück".

"Hier liegt bis heute nichts vor", verneint Rathaussprecher Elmar Gasten die Frage nach einem Bauantrag. Hierfür ist es laut Robert Mayer von e3 auch noch viel zu früh. Ihm zufolge befindet sich das Unternehmen erst noch in der Sondierungsphase. Beim Treffen in Stommeln habe es sich um eine "sehr interne Veranstaltung" mit Grundstückseigentümern gehandelt — die weit überwiegende Mehrheit sind Landwirte. "Dadurch, dass es so viele Leute sind, ist es noch nichts Offizielles", sagt Robert Mayer. Derzeit könne das Unternehmen "noch nicht einmal beurteilen", ob es ein Windkraftprojekt in Rommerskirchen tatsächlich realisieren will. Folglich fehle es gegenwärtig auch noch an einer konkreten Planung. "Es sind noch keine Gutachten gemacht worden. Es ist alles noch sehr vage", so Mayer. Aus der Sicht des Unternehmens gebe es "noch sehr viele Fragen, die zu klären sind." Dass sich kurzfristig etwas tun werde, schließt Mayer aus: Mit einem Bauantrag etwa sei "in diesem Jahr auf keinen Fall zu rechnen".

Sollte die Sache tatsächlich einmal spruchreif werden, dürfte es angesichts des von e3 ins Auge gefassten Standorts wohl nicht konfliktfrei abgehen. Albert Glöckner verwies im Rat auf die bestehende Windkraft-Konzentrationszone der Gemeinde an der Grenze zu Stommeln. "Die können wir noch vergrößern", macht der Bürgermeister deutlich, welchen Standort er für neue Windräder bevorzugt. Die Gemeinde hatte dort bereits vor mehr als anderthalb Jahrzehnten eine solche Konzentrationszone angelegt. Schon Mitte der 1990er Jahre war es ihr Ziel, einem möglichen "Wildwuchs" von Windrädern entgegenzusteuern. Verhindern lässt sich deren Aufstellung angesichts der proklamierten Energiewende erst recht nicht. Wohl aber bietet die Ausweisung von Konzentrationszonen Kommunen die Möglichkeit, bei den Standorten mitzureden.

Die Haltung Rommerskirchens zu Windanlagen war stets differenziert. Innerhalb der Gemeinde gab es angesichts der Konzentrationszonen nie größere Probleme. Heftigen Protest löste dagegen die Aufstellung von Windrädern am Dormagener Stadtrand aus: Die Anlagen stehen zwar formal in Gohr, die nächsten Häuser befinden sich aber in Hoeningen und Ramrath. Mangels Mitspracherecht konnte Rommerskirchen dies nicht verhindern. Ende 2012 hatte die Gemeinde gegen geplante Anlagen auf der Stommelner Höhe und in Rheidt keinen Widerspruch erhoben. Wohl aber tat sie dies bei Windrädern, die in Hüchelhoven geplant sind und einen Kilometer von Vanikum entfernt sind. Das Ende des Verfahrens ist derzeit noch offen.

(NGZ)