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Rommerskirchen: "Umgehungsstraße zu teuer"

Rommerskirchen : "Umgehungsstraße zu teuer"

Bedeutende Wirtschaftsvertreter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kritisieren den geplanten Weiterbau der B 59 n. Die Planung sei zu teuer und basiere auf falschen Zahlen.

Seit im vergangenen Herbst bekannt wurde, dass sich der weitere Bau der Umgehungsstraße B 59 n inklusive der Ortsumgehung Sinstedens weiter verzögert, ist es still um das Projekt geworden.

Was sich kommenden Dienstag ändern könnte. Dann nämlich will die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)" das Bauvorhaben in ihrem "Verschwendungsatlas" würdigen. Den gibt es seit Jahresbeginn, wobei die INSM hier öffentliche Bauprojekte dokumentiert, die in ihren Augen das Geld der Steuerzahler verschwenden.

Um einen solchen Fall handelt es sich laut Robert Koisar von der INSM bei dem beabsichtigten Weiterbau der Umgehung, deren erster Teilabschnitt 2009 fertiggestellt wurde. Den Verschwendungsatlas hat die INSM installiert, damit die Kritik an aufwändigen Bauvorhaben nicht gleich wieder verpufft, sondern möglichst "dauerhaft auf der Agenda bleibt", wie Koisar sagt. Er und seine Kollegin Chantal Stapper haben alle zugänglichen Informationen zusammen getragen. Ihr Schluss: Es handele sich tatsächlich um Verschwendung von Steuergeldern.

Auf die Spur gebracht wurden sie von einem Grevenbroicher Bürger, dem es in der öffentlichen Diskussion offensichtlich zu wenig kritische Stimmen gibt. Die INSM moniert die Kosten von voraussichtlich 5,1 Millionen Euro. Geeignete Lärmschutzmaßnamen wären angesichts von zu erwartenden Kosten von 500 000 Euro nach den Worten von Robert Koisar die wesentlich günstigere Lösung.

Die INSM stützt sich in ihrer Argumentation auf ein 2009 vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Auftrag gegebenes Gutachten. Dieses hatte seinerzeit moniert, dass die Zahlen, mit der die Notwendigkeit der Umgehung begründet wird, falsch seien. Bei der Entscheidungsfindung zugunsten einer Umgehung seien der "Durchschnittliche Tagesverkehrswert" (DTV) aus dem Jahr 2000 zugrunde gelegt worden — obwohl aktuellere Zahlen aus dem Jahr 2005 vorgelegen hätten.

Die neueren Zahlen zeigten jedoch gerade keine Steigerung des Verkehrsaufkommens an — vielmehr sei dieses gesunken. Wurden 2000 noch täglich 13 714 Fahrzeuge registriert, die die Ortsdurchfahrt passierten, seien es 2005 13 547 gewesen.

Wie es in Sachen Ortsumgehung weitergeht, ist offen: Der Landesbetrieb Straßen in Mönchengladbach hat die Planung auf Geheiß der Landesregierung überarbeitet. Derzeit werden die Unterlagen bei der Bezirksregierung geprüft. Eine Offenlegung wird nicht vor Jahresende erfolgen. Ein Baubeginn ist frühestens 2014 oder 2015 denkbar.

(NGZ/rl)