1. NRW
  2. Städte
  3. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Tierheim ist auf Spenden angewiesen

Rommerskirchen : Tierheim ist auf Spenden angewiesen

Die aufwendigen Tierarztkosten können die Tierschützer nur durch die Hilfe von Unterstützern stemmen.

Thyson wird im November zwei Jahre alt. Mehr als die Hälfte seines noch jungen Hundelebens hat der Rottweiler inzwischen im Kreistierheim Oekoven verbracht. "Mit drei kaputten Beinen und einem Hüftleiden" ist er hier angekommen, berichtet Uta Wegener, die Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Rhein-Kreis Neuss. Gelandet ist er hier, weil sein einstiger Besitzer sich nicht an Auflagen des Ordnungsamts in Meerbusch halten mochte. Eine Vermittlung ist nicht in Aussicht, vor allem wegen der gesundheitlichen Probleme, die Thyson für potenzielle Besitzer zu einem teueren Haustier werden lassen.

Ein Schicksal, das viele Tiere im Tierheim mit dem jungen Rottweiler teilen. Neben Thyson warten rund 45 Hunde und etwa 300 Katzen auf ein neues "Herrchen". "Wir hatten um diese Zeit auch schon mal 500 Katzen hier", sagt Anett Friebel, die Leiterin des Tierheims. Auch wenn Urlaubs- und Reisezeit erst einmal vorbei sind, mag sie vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen den Tag nicht vor dem Abend loben: "Die heiße Zeit ist zwar vorbei, doch kann es Ende September, Anfang Oktober noch einmal eine neue Welle geben", weiß sie.

Und das bereitet ihr Sorgen. Denn die Finanzierung kranker Tiere sei sehr kostspielig, weshalb das Tierheim auf die Unterstützung von Spendern angewiesen ist. Thyson musste beispielsweise mehrfach operiert werden.

Zuletzt wurde ihm ein Goldimplantat eingesetzt: "Jetzt ist er besser dran", sagt Wegener. Bei der Dormagener Physiotherapeutin Sarah Klein ist "Thyson" Dauergast: Der Muskelaufbau soll gefördert werden, um dem Hund ein schmerzfreieres Leben zu ermöglichen. Auch an der Hüfte muss Thyson noch einen Eingriff über sich ergehen lassen. Damit soll jedoch gewartet werden, bis der Hund einige Jahre älter ist. Die Hoffnung, das Tier an einen neuen Besitzer zu vermitteln, besteht zwar noch – übermäßig groß ist sie jedoch nicht: "Einen Versuch hat es bereits gegeben, aber der hat sich zerschlagen", sagt Uta Wegener. Ohnehin ist "Thyson" nur für besonders "hundeerfahrene" Besitzer geeignet, die zudem willens sind, auch für seine Behandlungskosten aufzukommen. Ansonsten gilt , dass Hunde nur an voll Berufstätige vermittelt werden, wenn ihre Betreuung gewährleistet ist. Sie über mehrere Stunden alleine zu lassen, ist ein absolutes Tabu.

Auch nach dem gut besuchten Tag der Offenen Tür war Thyson noch ohne "Herrchen". Der spektakulärste Gast der jüngeren Vergangenheit war auch nicht mehr dort. Das in Neuss entflohene Chamäleon konnte schon nach kurzer Zeit wieder seinem eigentlichen Besitzer übergeben werden. Auch die Boa Constrictor, die noch vor einem Jahr der "Star" unter den Exoten war, hat schon vor längerer Zeit ein neues "Herrchen" gefunden.

(NGZ)