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Rommerskirchen: Tierheim benötigt Spenden

Rommerskirchen : Tierheim benötigt Spenden

Rottweiler "Tyson" ist zurzeit das größte Sorgenkind im Kreistierasyl Oekoven. Der junge Hund muss mehrfach operiert werden. Das wird teuer. Nicht nur deshalb wären die Verantwortlichen für jede finanzielle Hilfe dankbar.

Die Ferienzeit ist Reisezeit. Für viele Vierbeiner jedoch ist dies oft eine Zeit existenzieller Bedrohung. Aller Erfahrung nach nimmt in diesen Tagen das Aussetzen lästig gewordener Haustiere zu. Dies gilt für Hunde, vor allem aber für Katzen. "Bei Jungkatzen ist die Zahl am größten", sagt Uta Wegener, die Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Rhein-Kreis Neuss. Dies ist nach ihren Worten nicht allein auf die Sommerferien beschränkt, sondern gilt generell für den Zeitraum von Mai bis Oktober.

Nachtaktiv: Der Hamster mit der lustigen "Frisur" sucht ein neues Zuhause. Foto: Jazyk, Hans

Ob Menschen die Tiere einfach loswerden wollen oder sie tatsächlich aufgefunden haben, ist oft nicht feststellbar. "Zuletzt waren zwei Leute hier, die zwei Katzen in einem Korb gebracht haben", erzählt Uta Wegener, die sich nicht ganz schlüssig ist, ob sie die Version des "Funds" glauben soll. Probleme genug haben die Tiere bereits gemacht. "Der Kater ist etwas zickig und ist zwei Mitarbeiter angegangen", sagt Uta Wegener. "Er war unkastriert und muss sich jetzt erst einmal an die hormonelle Umstellung gewöhnen", erklärt sie. In der Regel bereiten Katzen den Pflegern die meiste Arbeit, ist doch ihr Impfstatus unklar, wobei sie zudem voller Flöhe und nicht kastriert sind.

Kuschelig: Das süße Kaninchen lebt auch im Tierasyl. Foto: Jazyk, Hans

Ein besonders großes "Sorgenkind" ist derzeit Rottweiler "Tyson". "Den hat das Ordnungsamt in Meerbusch seinem Halter weggenommen, weil der sich nicht an die Auflagen gehalten hat." Das erst zehn Monate alte Tier hat "drei kaputte Beine und ein Hüftleiden". Woher dies bei einem so jungen Hund rührt? "Es wird halt gezüchtet und gezüchtet... auf Teufel komm raus", sagt die Chefin des Tierschutzvereins. Sicher ist nur, dass jetzt einige Operationen anstehen: "Das wird teuer", weiß Uta Wegener, die nicht allein in diesem Fall auf Spender hofft.

Eine von 278 Katzen, die zurzeit in Oekoven vermittelt werden sollen. Foto: Jazyk, Hans

Für viele der zurzeit 54 Hunde im Kreistierheim gilt, dass sie erst einmal eine Hundeschule besuchen müssen. Auch wenn die Zahl der Aufnahmen in Oekoven in jüngster Zeit "saisonbedingt" angestiegen ist, hält sie sich gleichwohl noch in einem für die Pfleger erträglichen Rahmen. Dies gilt laut Uta Wegener auch für die Hunde, "wenngleich wir deren Zahl im vergangenen Jahr schon einmal auf etwa 30 zurückfahren konnten." Aufgenommen wurden 2012 bisher 177 Hunde, von denen die meisten weiter vermittelt werden konnten. Günstiger als in den vergangenen "Rekordjahren" sehen die Zahlen bei den Katzen aus . "Toi, toi, toi", meint Uta Wegener angesichts von aktuell 278 Katzen im Tierheim. Aufgenommen hat es in diesem Jahr deren 238. Zeitweise wurden im Tierheim jährlich über 700 Katzen aufgenommen. Sie sind wesentlich schwerer an neue Besitzer zu vermitteln als Hunde.

Uta Wegener hofft, dass es zum Jahresende bei den vergleichsweise moderaten Zahlen bleiben wird. Was den Personalbestand angeht, hofft sie auf einen Kandidaten, der ab 1. August sein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten möchte. In jedem Fall fest steht, dass es ab Mitte August einen neuen Azubi geben wird.

(S.M.)