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Rommerskirchen: Teure Brückensanierung

Rommerskirchen : Teure Brückensanierung

Vier der fast 20 einst komplett gesperrten Brücken hat die Gemeinde neu gebaut. Offen ist derzeit, was mit der Brücke in Villau geschieht. Am Hermeshof wird aus Mitteln des Konjunkturprogramms II neu gebaut.

Etwas mehr als ein Jahrzehnt ist es inzwischen her, dass nach einer eingehenden Untersuchung nahezu alle der fast 20 Brücken innerhalb des Gemeindegebiets gesperrt werden mussten. Angesichts ihres durchweg maroden Zustands und der Kosten für ihre Sanierung, beziehungsweise den kompletten Neubau war schon damals klar, dass die Sache Politik und Verwaltung noch viele Jahre lang in regelmäßigen Abständen beschäftigen würde. Erst im vergangenen Winter hat eine alte Gillbachbrücke in Anstel der Last eines Gülletransporters nicht mehr standgehalten und ist unter dieser kurzerhand zusammengebrochen.

Kein Schaden an Menschen

Menschen sind dabei nicht zu Schaden gekommen, dennoch hat sich gezeigt, dass der Sicherheitslage nach wie vor höchste Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Nun gilt es Prioritäten zu setzen, kostet doch nach den Worten von Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert die Erneuerung einer Brücke 80 000 bis 100 000 Euro.

Nach einer in diesem Jahr vorgenommenen Untersuchung sind mit der Brücke am Eckumer Hermeshof und der in Villau unweit der Kläranlage zwei neue Kandidaten hinzu gekommen. Die Prüfer kamen laut Reimert "zum Ergebnis, dass beide Brücken erneuert werden müssen." Mit bloßen Flickarbeiten ist es Reimert zufolge nicht mehr getan: "Da für die alten Brückenbauwerke keine Bauwerksbücher vorhanden sind, kann der statische Nachweis der Brücke nicht erfolgen." Weder die die Brücken prüfenden Experten noch die Mitarbeiter der Verwaltung könnten daher "die Gewähr dafür übernehmen, dass diese Brücken den heutigen Anforderungen genügen." Bereits beschlossene Sache ist, dass der Neubau der Brücke am Hermeshof aus Mitteln des Konjunkturpakets II erfolgen soll.

Einstweilen offen ist, wie mit der morschen Brücke in Villau verfahren wird. Deren Erneuerung ist eigentlich für 2011 vorgesehen, ob es tatsächlich dazu kommt, wird sich im Rahmen der im Herbst anstehenden Haushaltsberatungen zeigen. Rudolf Reimert lässt keinen Zweifel daran, dass der Prüfer einen Neubau der Brücke für unumgänglich ansieht. Aktuell können Radfahrer und Fußgänger sie zwar nutzen, für landwirtschaftliches Gerät ist die Brücke jedoch gesperrt. Würde angesichts knapper Finanzen auf einen Neubau verzichtet, oder würde dieser erst einmal hintan gestellt, könnte das Provisorium durchaus eine gewisse Dauer gewinnen: Als Fußgängerbrücke könnte sie weiter in Betrieb bleiben, während "der landwirtschaftliche Verkehr dann über die anderen Brücken und die Kreistrassen 31 und 27 umgeleitet werden muss", beschreibt Reimert die Alternative zum Neubau.

(NGZ)