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Rommerskirchen: Täter benutzt verbotene Böller

Rommerskirchen : Täter benutzt verbotene Böller

Der Rommerskirchener Briefkasten-Täter benutzt bei seinen Anschlägen offenbar illegale Böller, die einehohe Sprengkraft aufweisen und extrem gefährlich sind. Die Polizei sieht Verbindungen zu weiteren Fällen.

Um drei Uhr früh zündet eine 27-Jährige in der Silvesternacht einen Böller. Von der verheerenden Wirkung des illegalen Feuerwerkskörpers ahnt die Berlinerin zu diesem Zeitpunkt nichts. Doch der Böller explodiert früher als gedacht. Durch die Detonation verliert die junge Frau zwei Finger. Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, muss sie notoperiert werden. Die Suche nach illegalen Feuerwerkskörpern im Internet ergibt ein klares Bild: Situationen mit ähnlich verheerenden Folgen ereignen sich immer wieder. Die Kreispolizeibehörde Neuss vermutet, dass auch der Briefkasten-Täter, der sich am Haus der Familie Bollig in Rommerskirchen zu schaffen machte, illegale Böller verwendet.

Im Vergleich zu in Deutschland zugelassenen Feuerwerkskörpern weisen ihre illegalen Pendants, die laut Polizei auch schon aus Polen eingeführt wurden, eine vielfach höhere Sprengkraft auf. Ein Fall, der sich ebenfalls am Sonntag, jedoch in Göttingen ereignete, verdeutlicht das: "Teile eines Briefkastens flogen bis zu 25 Meter weit", teilte die Polizeidirektion Göttingen nach einer Tat mit einem solchen Böller mit. Wie gefährlich diese zudem sein können, belegt das Berliner Silvester-Beispiel.

Der Neusser Polizeisprecher Hans-Willi Arnold bestätigte gestern gegenüber der NGZ, dass es zwischen den Anschlägen auf den Briefkasten der Rommerskirchener Familie Bollig und weiteren Fällen aus der Umgebung, Parallelen gibt. "Es gibt Ansätze, denen wir aktuell nachgehen", ergänzte er.

Die hohe Sprengkraft, die auch im Falle des gefilmten Anschlags auf den Briefkasten der Familie Bollig erkennbar wurde, lässt auf die "in Deutschland verbotenen Böller schließen, die oftmals auch selbst hergestellt werden", macht Arnold deutlich. In der Nacht zum Sonntag hatte sich eine vermummte Person gegen 2.30 Uhr dem Briefkasten der Bolligs genähert. Nachdem der Täter das Grundstück fluchtartig verlassen hatte, detonierte der Sprengsatz heftig. In den vergangenen 14 Monaten ereignete sich ein solcher Vorfall an gleicher Stelle bereits drei Mal. Dabei wurde nicht nur der Briefkasten, der mittlerweile mehrfach ausgetauscht werden musste, in Mitleidenschaft gezogen: Auch ein Auto hatte Schaden genommen. Um den Täter zu identifizieren, setzte die Familie Bollig unterdessen eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus.

Nach Angaben des Polizeisprechers könnte der Anschlag auf einen Schulbriefkasten sowie auf eine Haustüre innerhalb der vergangenen Monate mit dem aktuellen Fall in Verbindung stehen. Auch Heinz-Peter Bollig hatte am Dienstag in der NGZ gemutmaßt, dass es weitere Fälle gibt, die in engem Zusammenhang stehen.

(NGZ)