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Rommerskirchen: Streit um Schützenkasse

Rommerskirchen : Streit um Schützenkasse

Isolde Schoenen ist nicht mehr Kassiererin der St. Sebastianus-Bruderschaft. Der Vorstand wirft ihr vor, dass zeitweilig Geld auf dem Konto gefehlt habe. Sie beharrt: "Das Geld war immer da".

Was 2006 mit einer fast historischen Wahl begann, mündet derzeit in bitterem Streit. Zwischen Isolde Schoenen, der bisherigen Kassiererin der St. Sebastianus-Bruderschaft und ihren früheren Vorstandskollegen ist das Tischtuch offensichtlich zerschnitten.

Isolde Schoenen, vor fünf Jahren als erste Frau überhaupt in den Vorstand der Bruderschaft gewählt, wirft Führungsmitgliedern der Bruderschaft, namentlich dem Präsidenten Matthias Schlömer vor, "durch Falschäußerungen in der Öffentlichkeit" ihrem Ruf "geschadet", beziehungsweise ihn "beschmutzt" zu haben. Es geht um Geld, das zumindest zeitweilig gefehlt haben soll. Was Isolde Schoennen vehement bestreitet: " Das Geld war immer komplett da."

Matthias Schlömer und seine Vorstandskollegen mögen sich zu dem Thema nicht äußern: "Die Bruderschaft wird dazu öffentlich nicht Stellung beziehen", sagt Schlömer nur. Nach Informationen der NGZ ist die Situation Mitte Mai eskaliert, als der Bruderschaft zwei Mahnungen wegen nicht gezahlter Rechnungen ins Haus flatterten. Dabei soll festgestellt worden sein, dass Geld auf dem Konto fehlte.

Insgesamt sei es um einen, inzwischen zurückgezahlten, Betrag gegangen, "mit dem wir ein kleines Schützenfest hätten feiern können", so ein Mitglied der St. Sebastianus-Bruderschaft hinter vorgehaltener Hand. Bereits vergangenen Dezember habe es Auffälligkeiten gegeben, heißt es.

Isolde Schoenen spricht dagegen von "gereimten Märchen". Die Gerüchteküche habe derart rumort, dass sogar davon die Rede gewesen sei, "ich wäre mit dem Kassengeld nach Österreich, Italien, Kenia, Hawaii und vieles mehr", erzählt Isolde Schoenen empört. Sie beharrt darauf: "Zu keinem Zeitpunkt fehlte Geld in der Kasse, dies wurde auch bei der Kassenprüfung durch die Prüfer bestätigt."

Gegensätzliche Aussagen gibt es auch, was ihr Ausscheiden aus dem Vorstand angeht: Isolde Schoenen sagt, sie habe wegen des "mangelnden Vertrauensverhältnisses" ihr Amt bereits zum 30. April zur Verfügung gestellt. Aus Kreisen der Bruderschaft verlautet, sie sei "suspendiert" worden. Auch darüber, ob ihnen ein Schaden entstanden ist, mögen die Sebastianer nicht sprechen.

Offenbar will der Vorstand eingehend die Konten der Bruderschaft daraufhin prüfen, ob dies der Fall ist. Für Isolde Schoenen hingegen ist gewiss, dass "sich die Herren doch zumindest über eine offizielle Entschuldigung Gedanken machen sollten, denn was durch diese Gerüchteküche zustande kam, ist unmöglich und unter aller Würde", wobei dies "allein durch die Vorstandsmitglieder in Gang gesetzt" worden sei. Bislang habe sie aber keine Signale, dass es eine Entschuldigung von ihren bisherigen Kollegen geben würde.

(NGZ)