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Rommerskirchen: Steuerbetrug mit Luxusautos

Rommerskirchen : Steuerbetrug mit Luxusautos

Der Butzheimer Albert P. soll acht Millionen Euro Steuern hinterzogen haben – beim Kauf und Weiterverkauf von Luxusautos, ohne die Mehrwertsteuer abzuführen. Vor dem Landgericht beginnt am 2. Mai der Prozess.

Der Butzheimer Albert P. soll acht Millionen Euro Steuern hinterzogen haben — beim Kauf und Weiterverkauf von Luxusautos, ohne die Mehrwertsteuer abzuführen. Vor dem Landgericht beginnt am 2. Mai der Prozess.

Es ist der wohl spektakulärste Kriminalfall der vergangenen Jahre in Rommerskirchen: Ein 59-jähriger Butzheimer steht im Verdacht, zwischen 2003 und 2007 rund acht Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Der Autohändler soll Luxusautos im Wert von 50 Millionen Euro verkauft, aber die entsprechende Umsatzsteuer nicht abgeführt haben.

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft Düsseldorf vermuten ein so genanntes "Umsatzsteuerkarussell". Neben dem Butzheimer müssen sich ab dem 2. Mai auch drei mutmaßliche Komplizen aus Mönchengladbach, Köln und Hürth vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Glaubt man den Ermittlern der Staatsanwaltschaft, dann handelt es sich bei Albert P. aus Butzheim um den Drahtzieher der Steuerbetrügereien.

So soll der 59-Jährige zwischen Juni 2003 und Oktober 2004 insgesamt 465 Luxusautos der Marken BMW, Ferrari und Porsche angekauft haben. Dabei behauptete er, die Autos würden ins Ausland weiterverkauft. So wurde ihm beim Kauf die entsprechende Mehrwertsteuer nicht berechnet. Statt ins Ausland soll er dann allerdings die Fahrzeuge allesamt in Deutschland weiterverkauft haben. Bei diesem Verkauf habe er den Käufern die 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den von ihm gezahlten Kaufpreis aufgeschlagen und in Rechnung gestellt — ohne diese wiederum anschließend ans Finanzamt abzuführen.

Alles in allem sollen die Autos einen Wert in Höhe von 28 Millionen Euro gehabt haben, den Steuer-Schaden beziffern die Ermittler auf etwa vier Millionen Euro. Später soll Albert P. seine Machenschaften sogar ausgedehnt haben. So habe er laut Staatsanwaltschaft durch ein undurchsichtiges Geflecht von Firmen in Deutschland, Spanien, Frankreich und Tschechien gemeinsam mit den drei Mitangeklagten mindestens 377 weitere Luxusautos im Ausland angekauft und anschließend weiterverkauft. Dabei soll er den gleichen Trick angewandt haben. Der Wert der Autos: Mehr als 23,6 Millionen Euro, der Steuer-Schaden wird ebenfalls auf knapp vier Millionen Euro beziffert.

Für den Prozess hat das Landgericht Düsseldorf nun insgesamt zwölf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll nach bisheriger Planung am 21. Juli verkündet werden. Dem Butzheimer Albert P. drohen wegen Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall bis zu zehn Jahre Haft.

(NGZ)