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Rommerskirchen: Steppen wie Fred Astaire

Rommerskirchen : Steppen wie Fred Astaire

Seit Ende Januar bietet der Tanzsportclub Rommerskirchen Stepptanz an. Was so kinderleicht aussieht, ist die Folge eines harten und konzentrierten Trainings. Die NGZ besuchte eine Übungsstunde.

So richtig Laune macht's erst, wenn's klackt. Und dafür braucht man die richtigen Schuhe, die mit dem Aluminiumplatten, die das typische Steppgeräusch erzeugen. Auch Sarah hat längst ihre eigenen Stepp-Schuhe. Die Siebenjährige ist die jüngste Teilnehmerin des Anfängerkursus, den der Tanzsportclub (TSC) Rommerskirchen seit Ende Januar anbietet.

Zehn Frauen und ein Mann stellen sich in der Evinghovener Turnhalle der Herausforderung Stepptanz. Lehrerin Susi Königstein erklärt, dass es natürlich auch auf Rhythmusgefühl ankommt, doch der Kopf, der müsse ebenfalls dabei sein: "Unten geht nichts 'rein, was oben nicht durchgeht." Im Klartext: Die Schritte oder besser gesagt die 25 Techniken des Stepptanzes müssen im Kopf verstanden sein, bevor sie auf die Füße übertragen werden können. Und das versuchen die Teilnehmerinnen und der eine Teilnehmer. Holger Petersen heißt er und ist Vorsitzender des Clubs. "Stepptanz hat mich schon immer interessiert", sagt Petersen. Und bewundern Frauen nicht Männer, die sich im Takt leichtfüßig bewegen können?

Bis dahin ist der Weg für die Anfänger allerdings noch weit. Zunächst geht's einfach los: rechter Ballen-klack, rechte Ferse anheben, währenddessen mit der linken Ferse-klack, die rechte senken, ebenfalls mit einem Klack. Ist der rechte Fuß vorne, wird auch der linke Arm nach vorn bewegt und umgekehrt. "So wie beim normalen Gehen", versucht die Lehrerin aus Kerpen das zum Teil unkontrollierte Schlendern der Arme "in Form" zu bringen. Ja, ja, doch normales Gehen funktioniert halt ohne ständige Klacks. Die Bewunderung für Fred Astaire und Gene Kelly wächst.

Wer Fehler macht, fällt auf. Das weiß auch Andrea Berg, die Mutter von Sarah. Die 32-Jährige hat früher schon Jazz- und Showtanz gemacht, war als Kind im Ballett. Und nun Stepptanz. Miriam Wegmann wollte schon als Jugendliche steppen. Jetzt ist sie 37 Jahre und erfüllt sich den Wunsch. Ihre Mutter Annelies Behnen hat sie gleich mitgebracht. Mit 62 Jahren ist sie die älteste Teilnehmerin.

Susi Königstein wird nicht müde zu erklären und Mut zu machen. An sechs Tagen in der Woche unterrichtet sie Stepptanz. Kein Wunder also, dass sie ihr Lächeln nicht verliert. "Weiter, weiter", sagt sie und: "Jeder Kilometer zählt." Und so geht's in der Turnhalle von rechts nach links und von links nach rechts. Einziger Trost: Auch Fred Astaire muss so angefangen haben, und er hat's doch irgendwann auch geschafft.

(NGZ)