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Rommerskirchen: Start für Gewerbepark 2014 möglich

Rommerskirchen : Start für Gewerbepark 2014 möglich

Der Rat setzte das Verfahren für den neuen Gewerbepark V nahe der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft in Gang.

Unabhängig von der politischen Couleur klagen insbesondere ländliche Kommunen gern über die Landesplanung. Die setzt, so Kritiker, gleichfalls parteienübergreifend darauf, die großen Städte zu stärken, während die Ausweisung großer Bau- und Gewerbeflächen auf dem Lande restriktiver gehandhabt wird als noch vor einem Jahrzehnt. Unkenrufen zum Trotz, wonach in Rommerskirchen das Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte, ist es der Gemeinde gelungen, beim Land doch noch rund 40 000 Quadratmeter Gewerbeland "loszueisen".

Nach den Worten von Wirtschaftsförderer Elmar Gasten besteht nach wie vor "ein lebhaftes Interesse" an weiteren Gewerbeflächen. "Unsere Flächenvorräte gehen dem Ende zu und da haben wir den Gewerbepark V in Angriff genommen", erzählt Gasten. Das neue Areal liegt vor dem Silo der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft und wird verkehrsmäßig besonders günstig liegen. "Die natürliche Arrondierung des Gebiets liegt von der Sache her auf der Hand", sagt Elmar Gasten. Ungeachtet dessen bedurfte es ausgiebiger Verhandlungen, bis die Bezirksregierung grünes Licht für ein weiteres großes Gewerbegebiet gab. Nachdem der Rat jetzt das Verfahren in Gang gesetzt hat, könnte das neue Gewerbegebiet Mitte 2014 bebauungsfähig sein, vermutet der Chef des Wirtschaftsbüros der Gemeinde. Vom Grunderwerb bis hin zur Baureife vergehe in der Regel ein Jahr, so Gasten.

Was die Verhandlungen mit den Landwirten seit geraumer Zeit nicht eben leichter macht: Lieber als Geld sind diesen gleichwertige Ersatzflächen und deren "Beschaffung ist relativ schwierig geworden", verweist Elmar Gasten auf einen weiteren Faktor, der mittlerweile die Ausweisung großer Gewerbegebiete erschwert. Wann der neue Gewerbepark "vollgelaufen" und alle zur Verfügung stehenden Grundstücke verkauft sein werden, mag er nicht prognostizieren. Vergleichswerte gibt es natürlich, auch wenn diese sich nicht zwingend hochrechnen lassen. Vom Anfang 2012 eröffneten Gewerbepark III mit seinen 30 000 Quadratmetern Fläche sind aktuell etwa 7000 verkauft. Elmar Gasten schätzt, dass in zwei bis drei Jahren alle noch zur Verfügung stehenden Grundstücke verkauft sein werden.

Wie Wirtschaftsförderer Johann J. Schmidt gern anmerkt, ist die Gemeinde angesichts der in mehr als einem Jahrzehnt gewachsenen Struktur in der vergleichsweise glücklichen Situation, ein Auge darauf werfen zu können, "dass sich tatsächlich nur solche Betriebe ansiedeln können, die auch tatsächlich in diese Struktur passen". Vor Schrottplätzen und ähnlichen "Kalibern" ist die Gemeinde vor diesem Hintergrund jedenfalls gefeit.

Eine Voraussage darüber, ob mit dem Gewerbepark V nun endgültig ein Schlusspunkt unter die großen Gewerbegebiete in Rommerskirchen gesetzt wird, wagt Elmar Gasten derzeit nicht. Bürgermeister Albert Glöckner ist da hingegen etwas optimistischer und setzt darauf, bei dem Thema weiter am Ball zu bleiben. Bis weitere Gewerbeflächen nötig sein könnten, werden ohnehin erst einmal einige Jahre ins Land ziehen.

(NGZ)