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Rommerskirchen: Sportverein sucht Mitglieder

Rommerskirchen : Sportverein sucht Mitglieder

Der Turnverein Rommerskirchen verliert Mitglieder, insbesondere bei den Kindern. Nach wie vor aber ist der TV der mit Abstand größte Sportverein am Gillbach. Die Herzsportgruppe hat ihre Kapazitäten inzwischen erschöpft.

Seit ihrer Einführung 2003 ist die Offene Ganztagsschule ein Selbstläufer: Mehr als 50 Prozent aller Grundschüler nehmen mittlerweile das Betreuungsangebot war. Bei der Gestaltung des nachmittäglichen Programms spielen die Sportvereine, namentlich der Turnverein Rommerskirchen (TVR), eine führende Rolle – ideal, um neue Mitglieder zu gewinnen?

Von dieser Vorstellung haben sich die Sportler verabschiedet. "Illusorisch" nennt TVR-Vorsitzender Günter Debets derartige Erwartungen. Von zuvor 1192 auf 1115 ist die Mitgliederzahl gesunken. Ein Faktor dabei ist der Offene Ganztag, wie Vorsitzender Günter Debets sagt. Denn Kinder, die nachmittags in der Schule Sport treiben, seien nur in Ausnahmefällen zu motivieren, dies anschließend auch auf Vereinsebene zu tun. Im Gegensatz zu Vereinen in anderen Kommunen im Kreisgebiet, wo das gleiche Phänomen erkennbar ist, schlägt der TVR allerdings keinen Alarm: "Ich kritisiere das nicht – man muss sich darauf einstellen", so Debets. Die Offene Ganztagsschule sei nun mal eine etablierte Größe.

Was auch für den Turnverein gilt, Rommerskirchens ältesten und nach wie vor mit Abstand größten Sportverein. Debets ist optimistisch, dass es bereits in diesem Jahr gelingen könnte, den Mitgliederschwund aufzufangen. "Wir werden stets zwischen 1100 und 1200 Mitgliedern liegen, wenn wir unser Angebot attraktiv halten", ist Debets überzeugt, der vor vier Jahren den heutigen Ehrenpräsidenten Hans Bodenstein ablöste und von den Mitgliedern einstimmig für eine weitere Amtsperiode gewählt wurde. Bewährt hat sich nach seinen Worten "die Ausrichtung auf den Breiten- und Gesundheitssport."

Das Problem fehlender Übungsleiter für die von Angelika Schulz geleitete Schwimmabteilung konnte angesichts von zwei Neuzugängen inzwischen entschärft werden. "An ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen" ist laut Debets allerdings die Herzsportgruppe: Hier könnten derzeit nur in Einzelfällen neue Mitwirkende aufgenommen werden. "Niemand geht freiwillig aus der Herzsportgruppe raus", weiß Debets. Auch diejenigen, die keiner ärztlichen Betreuung mehr bedürften, mögen auf das Angebot nicht verzichten – auch wenn ihre Krankenkasse nicht mehr für die Kosten aufkommt.

Die Kosten sind es auch, die die Einrichtung einer zweiten Gruppe verhindern – es sei denn, es stünden mit einem Schlag 15 neue Bewerber vor der Tür. Einstweilen ist "eine Lösung nicht in Sicht", sagt Günter Debets.

(NGZ)