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Rommerskirchen: Spitzensportler mit der Kutsche

Rommerskirchen : Spitzensportler mit der Kutsche

Florian Wißdorf ist einer der erfolgreichsten Rommerskirchener Sportler. Bundesweit gehört der Ansteler zu den besten Fahrsportlern. Mit seinen Pferden und Kutschen trainiert er auf dem alten Nettesheimer Sportplatz.

Nettesheim/Anstel Etliche Jahre lang führte der frühere Sportplatz des einstigen TuS Gilbach ein Schattendasein und verkam zusehends. Dass sich dies seit einigen Jahren geändert hat, liegt Bürgermeister Albert Glöckner zufolge daran, dass der Platz seit geraumer Zeit in privater Regie gepflegt wird. Und das keineswegs von Hobby-Landschaftsgärtnern oder TuS-Nostalgikern: Die Sportanlage ist seit gut vier Jahren nämlich ein ausgezeichnetes Trainingsgelände für das für die Fahrsportfreunde Neuss startende Team Wißdorf.

Nachdem die gröbsten Aufräumarbeiten erledigt waren, besteht die Pflege heute vor allem "im Bäumeschneiden und Mulchen", wie Teamchef Hubert Wißdorf sagt. Sein Sohn Florian (24), der Fahrer des Teams Wißdorf, ist einer der erfolgreichsten Sportler der Gemeinde: Vier Mal hat der Ansteler bislang die Rheinische Meisterschaft im Vierspänner gewonnen, zwei weitere Titel kamen mit dem Zweispänner hinzu. Bei den Deutschen Meisterschaften sprang bisher ein dritter Platz heraus. Von Kind auf ist er mit Pferden bestens vertraut: Auf dem Reiterhof Lesemann hat er sein Faible für sportliche Kutschfahrten entwickelt und später dort auch Fahrpferde ausgebildet. Mit 15 Jahren bekam er sein eigenes Pferd, heute nennen er und seine Eltern Hubert und Christiane Wißdorf zehn ihr Eigen. Zum harten Kern des Teams Wißdorf zählt auch Anika Kruchen. Bei etwa zehn Turnieren jährlich sind die Ansteler Fahrsportfreunde am Start.

Florian Wißdorf, der seit 2011 auch dem Bundeskader angehört, trainiert fast täglich auf dem Aschenplatzgelände. Was unentbehrliche Voraussetzung für sportlichen Erfolg ist: "Gute Pferde, ein gutes Equipment und gute Kutschen mit allen möglichen technischen Raffinessen." Auf bis zu 15 Kilometer in der Stunde bringen es die Pferde im Trab, lässt Wißdorf sie galoppieren, sind es sogar 25. Marathon- und Hindernisfahrten liegen ihm am besten. Nach missglücktem Start hat er es bei den Deutschen Meisterschaften 2011 dank seiner beiden Paradedisziplinen geschafft, unter die Top Ten zu kommen. "Beim Marathon liegt die Gesamtstrecke bei 25 Kilometern, wobei acht Hindernisse zu bewältigen sind", erläutert Wißdorf, der Technische Betriebswirtschaft studiert. Gefordert ist nicht zuletzt "absolute Präzision bei den Bahnfiguren". An den Start geht er vorzugsweise mit Welsh B-Ponys, wobei nach einem Turnier im niederländischen Breda übernächstes Wochenende ein weiteres Highlight auf ihn wartet: Dann nämlich steht das 56. Internationale Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier in Donaueschingen auf dem Programm.

(NGZ/ac)