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Rommerskirchen: SPD will Verhältnis zur CDU verbessern

Rommerskirchen : SPD will Verhältnis zur CDU verbessern

Der neue Fraktionsvorsitzende Ralf Steinbach ist zuversichtlich, dass das zuletzt angespannte Klima wieder besser wird.

Zu tun hatte Ralf Steinbach in den vergangenen beiden Wochen auch außerhalb von Beruf und Kommunalpolitik genug: Ein gutes Dutzend Fichten musste der Eckumer nach dem Orkan "Ela" in seinem Garten fällen, einige davon auch mit der Wurzel ausgraben. Zu kurz gekommen ist die Politik für den neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden dennoch nicht. Vor knapp zwei Wochen wählte die mittlerweile 15-köpfige SPD-Fraktion ihren seit 2009 amtierenden Geschäftsführer einstimmig zum Nachfolger des neuen Bürgermeisters Martin Mertens.

Am 25. Mai hatte Steinbach seinen Eckumer Wahlbezirk mit 61,2 Prozent der Stimmen verteidigen können. Dass er die stärkste SPD-Fraktion anführt, die es im Rat der Gemeinde jemals gegeben hat, lässt Steinbach nicht abheben: Was etwa die Verhinderung eines Amprion-Konverters angeht, setzt Ralf Steinbach auf Kooperation: "Wir müssen als Rat gemeinschaftlich agieren, das ist kein Wahlkampfthema." Mit Bürgermeister Mertens weiß er sich einig darin, dass "wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einen Konverter verhindern wollen".

Ralf Steinbach ist recht zuversichtlich, dass sich das im Rat zuletzt schlechte Klima zwischen SPD und CDU verbessern könnte. "Ich glaube, dass man mit ihm zusammenarbeiten kann", sagt er über sein CDU-Pendant Michael Willmann. Steinbach jedenfalls ist "guter Hoffnung. Bei der UWG, den Grünen und der FDP ist das ja ohnehin kein Problem", verweist er auf eine breite Ratsmehrheit, die sich im Wahlkampf für den SPD-Kandidaten Martin Mertens ausgesprochen hatte.

Neben Amprion und den sich abzeichnenden Bürgerprotesten beschäftigen den SPD-Fraktionschef aktuell vor allem der Zuschnitt und die Besetzung der neuen Ratsausschüsse. "Wir müssen uns Gedanken darüber machen, welche Themen jeweils in die Ausschüsse passen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende. Dies soll während der Sommerferien auch mit den anderen Fraktionen vertieft werden. Ende August soll dann im Rat die abschließende Entscheidung fallen. "Es wäre denkbar, dass ein weiterer Ausschuss dazu kommt, zum Beispiel für das Rettungswesen", skizziert Steinbach den aktuellen Stand. Auch die Diskussion über einen eigenen Rettungswagen für die Gemeinde könnte dann detaillierter als im Rat geführt werden.

Einer der SPD-Protagonisten wäre dabei Bernd Klaedtke. Der Berufsfeuerwehrmann hatte schon in der vorigen Wahlperiode den SPD-Kurs in Sachen Rettungswagen maßgeblich geprägt. Der mit Steinbach befreundete Rommerskirchener spielte auch eine Rolle bei dessen Eintritt in die SPD im Jahr 2008. Ohne von Hause aus der SPD nahe zu stehen, "habe ich mich schon immer für die Ratsarbeit interessiert", sagt Steinbach, der damals mit Bernd Klaedtke über ein mögliches politisches Engagement sprach.

Personalfragen, etwa die Besetzung der Ausschüsse, sollen erst geklärt werden, wenn deren Struktur feststeht. Ralf Steinbach lässt keinen Zweifel daran, dass bei den sachkundigen Bürgern auch neue Gesichter zum Zuge kommen sollen.

(S.M.)