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Rommerskirchen: SPD erstmals vorn am Gillbach

Rommerskirchen : SPD erstmals vorn am Gillbach

In Rommerskirchen zeigte sich der Landestrend sogar noch deutlicher: Die CDU verlor 9,8 Prozentpunkte, während die SPD 6,2 dazugewann. Damit liegen die Sozialdemokraten mit 36,3 Prozent der Stimmen erstmals bei einer Landtagswahl am Gillbach vor der CDU, die 32,3 Prozent erreichte.

Als Bürgermeister Albert Glöckner im Ratssaal um 19.48 Uhr das Endergebnis für Rommerskirchen verkündet, klopfen sich die Sozialdemokraten schon seit einer Stunde anerkennend auf die Schultern: "Die SPD liegt zum ersten Mal in Rommerskirchen bei einer Landtagswahl vor der CDU — mit 253 Stimmen Vorsprung."

Fraktionsvorsitzende der Grünen, FDP und SPD diskutieren über die Ergebnisse der Landtagswahl (v. l.): Josef Kirberg, Alice Oßwald und Martin Mertens. Foto: Jazyk, Hans

Als bald nach den ersten Auszählergebnissen klar ist, dass die SPD in Rommerskirchen deutliche Gewinne erhalten hat, sind die zahlreichen Genossen im Rathaus "einfach nur froh", wie SPD-Fraktionschef Martin Mertens strahlend vor Freude sagt: "Es ist wunderbar, dass die SPD im Land und in Rommerskirchen so gut abgeschnitten hat. Und besonders freue ich mich, dass unser Kandidat Rainer Thiel so viele Stimmen erhalten hat und in den Landtag einziehen wird."

In Rommerskirchen konnte sich bei den Zweitstimmen die SPD mit 36,3 Prozent gegen die CDU (32,3) durchsetzen, gefolgt von der FDP (9,0), den Piraten (8,4), den Grünen (7,7) und den Linken (1,4). Vor zwei Jahren hatte die CDU mit 42,1 Prozent noch 9,8 Prozentpunkte mehr Zweitstimmen erhalten, gefolgt von der SPD (30,1), den Grünen (9,2), der FDP (7,3) und den Linken (4,1).

Als Kandidat hatte sich Wiljo Wimmer (CDU) 2010 mit 46,0 Prozent gegen Edmund Feuster (SPD) durchgesetzt, der 33,8 Prozent erhielt. Dieses Mal konnte Wimmer nur 39,1 Prozent Wähler mobilisieren, Rainer Thiel 39,9 Prozent.

Albert Glöckner (SPD) betonte schon nach den ersten Ergebnissen: "Das ist ein glücklicher Tag für die SPD, unsere Wähler sind nach Hause gekommen." Glöckner empfiehlt der rot-grünen Landesregierung jedoch, weiterhin auf die CDU zuzugehen: "Die Kompetenz der CDU-Kollegen sollte weiterhin genutzt werden."

Josef Kirberg, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen war erstaunt über die große Differenz zwischen SPD und CDU: "Da haben sicher viele CDU-Wähler die FDP unterstützt." Mit dem Abschneiden seiner Grünen war Kirberg "sehr zufrieden".

CDU-Ratsmitglied Stephan Kunz ist trotz düsterer Prognosen zur Wahlpräsentation in den Ratssaal gekommen: "Dass das Ergebnis so deutlich ausfällt, habe ich nicht erwartet. Jetzt müssen wir auch in Rommerskirchen analysieren, woran die Verluste liegen." Für CDU-Fraktions- und Parteichef Wolfgang Könen, der gestern Abend Wiljo Wimmer bei der CDU-Wahlparty in Dormagen unterstützte, sei es erschreckend, dass man sich mit Sachthemen nicht habe positionieren können. Gerade das wichtige Thema Finanzen habe anscheinend niemanden interessiert.

(NGZ)