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Rommerskirchen: Soziales Jahr zahlt sich aus

Rommerskirchen : Soziales Jahr zahlt sich aus

Gab es Zivildienstleistende früher in Rommerskirchen stets nur in der evangelischen Gemeinde, ist das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) auch für andere Einrichtungen interessant. Dies gilt insbesondere für das Caritas-Haus St. Elisabeth.

Die Abschaffung der Wehrpflicht und der damit einhergehende Wegfall des Zivildiensts löste bei vielen Institutionen Besorgnis aus. So etwa bei der evangelischen Gemeinde: Bei der gehörte der "Zivi" seit Jahrzehnten "zum Inventar". "Unsere Personaldecke ist recht dünn. Ohne wäre es sehr schwierig", sagt Pfarrer Thomas Spitzer.

Dass sich die Befürchtungen zerstreut haben, liegt daran, dass die "Zivi"-Stellen mit "FSJlern" besetzt werden können, vielfach Abiturienten, die ihre Sozialkompetenz ausbauen wollen – wie Marco Friese. Der 20-Jährige ist seit 1. August Nachfolger von Kevin Grimberg, der 2011 erster "FSJ-ler" bei der evangelischen Gemeinde war. Nach dem Abitur am Hackenbroicher Leibniz-Gymnasium hat er sich bei der Gemeinde beworben – in der er kein Unbekannter war: Hier ist der gebürtige Rommerskirchener sowohl getauft als auch konfirmiert worden. Zudem hat er sich ehrenamtlich als Betreuer bei Konfirmandenfreizeiten engagiert. Nach gut zwei Wochen nimmt er die Gemeinde bereits aus einer anderen Perspektive wahr: "Man bekommt viel mehr mit."

Für Fahrdienste wird er ebenso eingesetzt wie für Hausmeistertätigkeiten oder in der Verwaltung. Gerade die Vielfalt der Aufgaben ist es in Thomas Spitzers Augen, die das Freiwillige Soziale Jahr auch für diejenigen interessant macht, die nach dem Abitur noch nicht wissen, was sie später mal machen sollen. Für Marco Friese, der gern segelt und liest, stellt sich diese Frage freilich nicht: Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr möchte er Mathematik studieren.

Während bei den katholischen Gemeinden am Gillbach traditionell keine Zivildienstleistenden zum Einsatz kamen, gibt es bis dato dort auch keine FSJler. Anders ist dies seit 2011 beim Caritas-Haus St.Elisabeth. Dort gibt es einen Boom. In dem Seniorenhaus gibt es zurzeit drei "FSJ-ler", die der stellvertretenden Leiterin Gertrud Kämmerer zufolge "in der Pflege, im technischen und im sozialen Dienst eingesetzt werden." Bewerbungen für die Stellen müssen ans Grevenbroicher St. Barbara-Haus gehen, wobei "der Wunsch nach Ortsnähe" oft berücksichtigt wird, wie Gertrud Kämmerer sagt.

Pfarrer Thomas Spitzer verweist auf einen anderen wichtigen Umstand: Beim Freiwilligen Sozialen Jahr kann, anders als beim Zivildienst, das vielzitierte "Mädchen für alles" tatsächlich auch einmal ein Mädchen sein. Wobei die evangelische Gemeinde einstweilen noch auf diese Premiere wartet.

(S.M.)