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Rommerskirchen: Sinstedens Schützen stecken in der Krise

Rommerskirchen : Sinstedens Schützen stecken in der Krise

Auch bei der jetzigen Generalversammlung zeigte sich, dass das Engagement der Mitglieder zu wünschen übrig lässt.

Erstmals seit 2012 kann der St. Maternus-Bürgerschützenverein sein Schützenfest im Mai mit einem Klompenkönig feiern. Wie berichtet, wird Markus Scheele das seit drei Jahren vakante Amt übernehmen, wobei ihm seine Nichten Jana und Julia zur stehen. Dennoch sind damit beileibe nicht alle Probleme des 1897 gegründeten Vereins gelöst, der schon im vergangenen Jahrzehnt wiederholt ohne einen König dastand.

Ebenso wie die Schützen aus Ramrath-Villau haben die Sinstedener Brauchtumshüter seit der Jahrtausendwende wohl öfter ohne als mit einem Königspaar feiern müssen. Eine schwere Enttäuschung für den Vorstand gab es jetzt bei der Generalversammlung, in der eigentlich die Zukunft des Vereins geplant werden sollte. Nur 41 Mitglieder kamen - obwohl Präsident Peter-Josef Möhlen zuvor eindringlich um eine möglichst große Teilnahme gebeten hatte.

60 Mitglieder hätten unentschuldigt gefehlt, gab Geschäftsführer Norbert Lugt in der Gaststätte Kaufmann zu Protokoll. Auch an den Vorstandsposten bestand kein übermäßiges Interesse der Mitglieder: Die Amtsinhaber wurden ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.

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Knapp 600 Einwohner zählt der Ort, etliche davon sind erst seit der Jahrtausendwende nach Sinsteden gezogen. Für das Brauchtum lassen sie sich nur schwer gewinnen. Die Mitgliedschaft des Schützenvereins ist geschrumpft: Derzeit gibt es nur noch wenige aktive Marschierer in den drei Zügen. Ohne Gäste gäbe es beim Schützenfest längst keinen Festzug mehr.

Wie Norbert Lugt und sein Stellvertreter Willi Rosewig deutlich machten, sind für 2015 und 2016 alle Verträge unter Dach und Fach. Danach kommt in gewisser Hinsicht ein "schwarzes Loch": Wie es ab 2017 weitergehen soll, konnten die Mitglieder jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten. Diskutiert wird, den Festplatz an der Maternusstraße zu verlassen und künftig in deutlich kleinerem Rahmen an der Begegnungsstätte Alte Schule zu feiern.

Womit sich Peter-Josef Möhlen allerdings partout nicht anfreunden mag: "Wenn wir das einmal machen, gibt es danach kein Zurück mehr auf den großen Platz", ist der Präsident überzeugt. Dort freilich hat das Schützenfest 2014 dem Verein ein saftiges Minus beschert, das jedoch durch anderweitige Entnahmen kompensiert werden konnte, die für einen letztlich doch noch positiven Jahresabschluss mit einem kleinen Plus sorgten.

Inzwischen stehen die Schützen auch ohne Regimentschef da: Oberst Ron Komanns stellte sein Amt zur Verfügung, wird es jedoch 2016 im Königsjahr von Markus Scheele noch einmal wahrnehmen. In diesem Mai wird Tambourmajor Ralf Milewski zumindest am Ehrenmal die Kommandos geben. Einen Regimentschef bei befreundeten Vereinen "ausleihen", will Peter-Josef Möhlen jedenfalls nicht mehr. Die Aktiven wollen sich zunächst ganz dem kommenden Schützenfest widmen. Für das konnten sie das aus dem Kölner Karneval bekannte Bauchredner-"Duo" Klaus & Willi gewinnen, für das im Vorfeld auch mit Plakaten und Flyern die Werbetrommel gerührt werden soll.

(S.M.)