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Rommerskirchen: Sinsteden leidet unter Verkehr

Rommerskirchen : Sinsteden leidet unter Verkehr

Die Verkehrsbelastung in Sinsteden ist höher als gedacht. Das geht aus Messungen des Rhein-Kreises hervor. Für SPD-Fraktionschef Martin Mertens belegen die neuen Zahlen die Notwendigkeit der B 59n.

Anfang September 2011 hatte die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) den Weiterbau der Umgehungsstraße B 59n als "Geldverschwendung" gebrandmarkt und in ihren "Verschwendungsatlas" aufgenommen. Nur kurz darauf legte das Land — ohne ursächlichen Zusammenhang mit der INSM-Kritik — das Projekt auf Eis. Manch Bürger hat angesichts dessen schon fast resigniert, die Lokalpolitiker kämpfen derweil unverdrossen weiter dafür, den Bau doch noch zu ermöglichen.

Neue Zahlen zur konkreten Verkehrsbelastung hat inzwischen der Rhein-Kreis Neuss ermittelt: Im November hat es fast drei Wochen lang Messungen im Bereich der Ortsdurchfahrt gegeben. Die belegen, dass das Verkehrsaufkommen während der Woche zwischen 13 135 und 14 123 Fahrzeugen gelegen hat. Am Wochenende lag der Verkehr zwischen 6437 und 9844 Fahrzeugen.

Der Kreis kommt zu dem Schluss, dass sich "in der Gesamtbetrachtung für die Ortslage Sinsteden keine besorgniserregende oder besondere Situation ergibt". Aufgrund der baulichen Gegebenheiten "und der damit verbundenen Schallentwicklung" erscheine der Durchgangsverkehr "schneller als er tatsächlich ist", heißt es in einem Bericht, der jetzt dem Nahverkehrs- und Straßenbauausschuss des Kreistags vorlag.

Auch wenn er der eher günstigen Einschätzung der Verkehrssituation nicht beipflichtet, sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Mertens das Zahlenmaterial als Bestätigung dafür, dass die B 59n weiter notwendig bleibe.

"An zwei Messpunkten zwischen Rommerskirchen und Allrath wurden Steigerungen von 8609 auf 11 246, beziehungsweise von 8619 auf 11 762 Fahrzeugen pro Tag festgestellt: Das sind 30 und 36 Prozent mehr", sagt Mertens. Die Messungen des Kreises zeigten, dass die von der INSM verbreiteten Zahlen nicht zutreffend seien. Die INSM hatte ihrer Bewertung Zahlen von 2005 zugrunde gelegt: Damals wurden täglich 13 547 Fahrzeuge gemessen, während es 2000 noch 13 714 waren.

"Es hat innerhalb von fünf Jahren eine Verkehrssteigerung um ein Drittel gegeben, was die Notwendigkeit einer Umgehung von Sinsteden dringend erforderlich macht", betont Mertens. Bei ihrem Engagement für eine Realisierung der B 59n können Rommerskirchens Politiker allerdings nicht mit der Hilfe des Landesbetriebs Straßen.NRW rechnen.

Von Martin Mertens nach Ratschlägen oder Tipps befragt, betonte Gerhard Decker, Leiter der Regionalniederlassung Niederrhein, den ausschließlich politischen Charakter dieser Frage: "Ich bin ein treuer Landesbeamter."

(NGZ/rl)