Sinsteden: Blues-Konzert im Kreiskulturzentrum

Musik in Sinsteden: Blues Brunch – ein Fest der guten Laune

Vor etwa 250 Zuschauern spielte die niederländische Band „Champagne Charlie“ zwei Stunden beim Blues Brunch im Innenhof des Kulturzentrums. Die beiden Herbstkonzerte werden wahrscheinlich ausfallen.

Seinem in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten erworbenen Ruf, zu den populärsten Programmpunkten der seit 2003 laufenden Blues-Reihe des Kreiskulturzentrums zu gehören, wurde der gestrige Blues Brunch im Kreiskulturzentrum wieder einmal mehr gerecht.

Gut zwei Stunden lang hielt die aus den Niederlanden angereiste Roots & Blues-Band „Champagne Charlie“ die etwa 250 Besucher bei bester Laune. „Champagne Charlie is the name, good time music is the game“, lautet der Wahlspruch der Band, dem sie in Sinsteden alle Ehre machte. Lang anhaltender Beifall war jedenfalls der verdiente Lohn für ein rundum gelungenes Konzert, bei dem sich die sechs Musiker nicht zuletzt durch enorme Spielfreude auszeichneten.

Durchaus überraschend: Beim stets Anfang August stattfindenden Blues Brunch waren in den vergangenen Jahren schon heißere „Hitzeschlachten“ zu schlagen als gestern Mittag. Die Möglichkeit zum Plausch mit anderen Besuchern, die gastronomische Verlegung durch das Team des Café Stüffje und „die eingängige Musik“ sind für Kathrin Wappenschmidt, Leiterin des Kreiskulturzentrms, Bestandeile des Erfolgsrezepts für den Brunch, der immer wieder Fans nicht nur aus dem Rhein-Kreis, sondern auch aus der Region anzieht.

Der Auftritt von „Champagne Charlie“ war gleichsam als flankierende musikalische Maßnahme zur laufenden Champagner-Ausstellung im Kulturzentrum gedacht. Dort flossen am Sonntag naturgemäß eher durstlöschende Getränke in Strömen. „Man kann nicht meckern“, kommentierte Stüffje-Chef Ditmar Zachäus den Andrang. „Wer wie ich schon reichlich in der Provinz Zeeland Urlaub gemacht hat, der ist den Jungs schon über den Weg gelaufen“, verweist Ulrich Weidenhaupt, künstlerischer Berater von Kathrin Wappenschmidt, auf die durchaus üppige Blues-Szene in Zeeland, wo er in den vergangenen Jahren schon etliche dieser Konzerte besucht hat. „Champagne Charlie“ gibt es bereits seit dem Jahr 1988, wobei die ungeheuer produktive Band seither bereits elf Alben veröffentlicht hat.

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Von Blues-Giganten wie Blind Blake, Mississippi John Hurt oder Robert Johnson beeinflusst, verfügen die Musiker zudem über ein großes Repertoire von Eigenkompositionen. Ohne das gehörige Quantum an Zugaben mochte das begeisterte Publikum das Sextett gestern natürlich nicht entlassen.

Nach dem aktuellen Stand der Dinge ist mit dem Highlight des Blues Brunch auch die diesjährige Saison beendet. Die beiden sonst üblichen Herbstkonzerte werden aller Voraussicht nach entfallen, so dass es erst im März 2019 mit dem Konzert „Women of the Blues“ anlässlich des Internationalen Frauentags weitergehen dürfte.

Kontrovers diskutiert wurde im Publikum die Idee, während des Sommers allmonatlich einen Blues Brunch anzubieten. Einerseits fand der Vorschlag flammende Befürworter, Gegenstimmen machten vor allem geltend, dass sich ein Gewöhnungseffekt mit negativem Einfluss auf die Besucherzahlen einstellen könnte.