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Sinsteden: Autor liest auf neuem Gin-Krimi

Literarischer Sommer im Kulturzentrum Sinsteden : Autor liest aus neuem Gin-Krimi

Wie Gin, so braucht auch das Leben die perfekte Rezeptur, findet Autor Carsten S. Henn. In Sinsteden liest er aus seinem neuen Krimi „Der Sinn des Lebens“. Dazu gibt es ein Gin-Tasting.

Im Rahmen des 21. Literarischen Sommers liest Carsten S. Henn am Freitag, 14. August, im Kulturzentrum Sinsteden aus seinem neuen Roman „Der Gin des Lebens“. Dazu gibt es eine Gin-Verkostung.

Autor Carsten S. Henn schreibt über Kulinarisches. Foto: Mirko Polo

Woher nehmen Sie die Idee für die Handlung und die Personen?

Carsten S. Henn Ich habe schon über Whisky und Wein geschrieben, auch über Tee und Pralinen. Aber meistens über Wein. Ich habe Weinbau studiert und besitze einen Weinberg an der Mosel. Immer wenn mich ein Thema begeistert, will ich eine Geschichte daraus machen. So war das auch beim Gin.

Haben Sie beim Schreiben dieses Romas selbst Gin getrunken?

Henn Eher danach. Nur da, wo Gin beschrieben wird, wo Bene Lerchenfeld Gin trinkt, habe ich selbst welchen getrunken. Sonst wäre das nicht zuträglich zum Schreiben.

Was ist das Besondere an Gin?

Henn Hier geht es um die perfekte Rezeptur, die man erstellen muss, das ist ein bisschen alchemistisch. Es geht nicht um Jahrgänge, wie bei Wein, oder um Lagerungen, wie bei Whisky. Die Rezeptur ist etwas ganz Zentrales bei Gin. Genauso wie bei der Hauptfigur meines Romans, die die Rezeptur für ihr eigenes Leben sucht, um glücklich zu sein. Aber Bene Lerchenfeld hat gerade die komplett falsche. So, wie er schließlich die Rezeptur seines Vaters für den perfekten Gin findet, findet er auch endlich die für sein Leben.

Welches ist Ihr Lieblingsgetränk?

Henn Das ist eine Frage der Stimmung. Im Sommer mehr Gin als Mixgetränk, im Winter eher Whisky, immer begeistert bin ich von Wein. Gerade habe ich angefangen, Rum zu trinken. Und Tee und Kaffee mag ich auch immer.

Wie wählen Sie den Handlungsort?

Henn Das hat immer etwas mit dem Getränk zu tun, um das es in dem Buch geht. Plymouth habe ich für dieses Buch gewählt, weil dort die älteste noch existierende Gin-Destillerie der Welt steht. Ich wollte dahin, wo die Historie verwurzelt und auch heute noch spürbar ist. Durch die Marine wurde Gin von dort aus in aller Welt bekannt.

Über welches Getränk werden Sie als nächstes schreiben?

Henn Wahrscheinlich über Rum. Das ist das anarchistischste Getränk, dem ich je begegnet bin. Die Herstellung ist am wenigsten reglementiert. Man kann ihn aus Melasse, Zuckerrohrsaft oder Zuckerrohrsirup machen, ihn direkt trinken oder lagern. Jedes Land hat seine Sonderregeln. Das ist faszinierend. Dafür würde ich zum Beispiel in Jamaika oder auf Kuba recherchieren. Das ist ja ein stark regelementiertes kommunistisches Land. Ich sehe da einen Widerspruch zu einem Rauschgetränk, das enthemmt und befreit. Damit kann man gut erzählerische Funken schlagen.

Warum verbinden Sie Ihre Lesungen mit Tastings?

Henn Das ist immer sehr nett, die Leute sind dann gut drauf. Man muss nur darauf achten, dass es nicht zu viel wird, sonst hat man in der zweiten Hälfte keine Zuhörer mehr.