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Rommerskirchen: Sie wollen Glöckners Vize werden

Rommerskirchen : Sie wollen Glöckners Vize werden

Am Dienstag entscheidet die CDU-Fraktion, wer sich als Nachfolger von Martina Fünger um das Amt des stellvertretenden Bürgermeister bewerben soll. Es gibt mehrere Anwärter, eine Kampfabstimmung zeichnet sich ab.

Seit der Abwahl des damaligen CDU-Fraktions- und Parteichefs Wolfgang Könen vor gut vier Monaten dreht sich bei der Union das Personalkarussell. Nach dem Rücktritt von Vizebürgermeisterin Martina Fünger im September hat dessen Geschwindigkeit geradezu schwindelerregende Ausmaße angenommen: Bis zu zehn Namen (die CDU -Fraktion hat zwölf Mitglieder) potenzieller Anwärter auf den Posten des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters kursierten. Am Dienstag soll das Ratespiel ein Ende finden, dann wollen die Ratsvertreter der Union sich auf einen Kandidaten einigen.

Holger Hambloch (r.) beim CDU-Sommerfest mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Foto: Jazyk

Dabei dürfte sich das Feld etwas gelichtet haben, auch wenn mit einer Kampfabstimmung zu rechnen ist: Peter-Josef Möhlen aus Sinsteden, Holger Hambloch aus Anstel dürften nach Informationen der NGZ ins Rennen gehen. Denkbar erscheint eine Kandidatur des Evinghovener Kreistagsabgeordneten Gerhard Heyner: Sein Name wurde als einer der ersten genannt. Gleichfalls an der "Wahlbörse" der Union wird Michael Giesler aus Gill gehandelt.

CDU-Fraktionschef Stephan Kunz, der das Prozedere zu bändigen hat, nennt als ein wichtiges vom Fraktionsvorstand beschlossenes Kriterium, "die hohe Akzeptanz in der CDU und in der Bevölkerung". Messbar sein soll die Kunz zufolge daran, dass nur Kandidaten in Betracht kommen, "die ihren Wahlkreis direkt gewonnen haben." Nach diesem Maßstab kämen Möhlen, Hambloch und Giesler in Betracht. Gerhard Heyner konnte 2009 allerdings kein Direktmandat holen. Stephan Kunz geht davon aus, dass der am Dienstag siegreiche Kandidat "von der ganzen Mehrheit der CDU getragen wird."

Als leichter Favorit gilt Peter-Josef Möhlen. Wobei im Fall einer Niederlage Holger Hamblochs weitere Spannungen innerhalb der Union drohen könnten: Hambloch und Gabi Paulus wurden kürzlich mit deutlichen Mehrheiten als stellvertretende CDU-Vorsitzende bestätigt. Die Unterstützer von Kunz — zu denen bei der Abwahl Könens auch Möhlen zählte — fielen bei den Delegiertenwahlen hingegen durch. Mangelnder Rückhalt in der Fraktion soll es auch gewesen sein, der Paulus von einer Kandidatur hat Abstand nehmen lassen.

Mit zunehmender Unruhe verfolgen die anderen Ratsparteien die CDU-Kandidatenkür: SPD-Fraktionschef Martin Mertens verweist auf das Vorschlagsrecht der CDU: "Allerdings muss dann der Kandidat die Mehrheit der Stimmen des Rats erhalten. Es geht ja hier nicht um eine Funktion in Partei oder Fraktion, sondern um ein offizielles, überparteiisches Amt zum Wohle der ganzen Gemeinde." UWG-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sprenger nennt als Kriterien, dass der künftige Vizebürgermeister viel Zeit und Engagement mitbringt, sowie ein freundliches Auftreten im Umgang mit Bürgern: "Falls die CDU keinen passablen Kandidaten präsentiert, werden wir selbst einen aufstellen."

(NGZ/ac)