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Rommerskirchen: Schützenchef: Deutliche Worte zum Abschied

Rommerskirchen : Schützenchef: Deutliche Worte zum Abschied

Der Chef des St. Hubertus-Schützenvereins tritt nach zwölf Jahren nicht mehr an. Zu früheren Streitigkeiten hat er eine klare Meinung.

Mehr als 28 seiner 50 Lebensjahre gehörte Peter Alois Küx dem Vorstand des St. Hubertus-Schützenvereins an. 1993 war er Chef des Festkomitees für das 100-Jahr-Jubiläum und wenige Jahre später Schützenkönig. Seit 2003 steht er inzwischen an der Spitze des Vereins, doch morgen will er einen Schlussstrich ziehen: Küx bleibt bei seiner schon vor einem Jahr gemachten Ankündigung, bei der turnusgemäß fälligen Neuwahl nicht mehr anzutreten.

"Ich gehe nicht mit Groll", sagt Peter Alois Küx, der erst einmal "eine Auszeit einlegen" will. Dem Verein bleibt er als inzwischen passives Mitglied erhalten, wobei sich seine Mitwirkung am Schützenfest zunächst auf seine Rolle im Männergesangverein beschränken soll. Der vor zwei Jahren eskalierte Streit mit dem damaligen Tambourkorps und der Artillerie sei nicht der Grund für seinen Amtsverzicht, spiele aber dennoch eine Rolle, sagt Küx. Er macht kein Hehl daraus, dass ihn die mit ganz harten Bandagen geführte Auseinandersetzung um eine Beitragserhöhung Nerven gekostet hat - zumal der Streit weiter schwelt.

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Der Vorstand und insbesondere Küx selbst waren seinerzeit auch persönlich derart heftig attackiert worden, dass sogar ein kollektiver Rücktritt im Raum stand. Zwar hat das Tambourkorps den Schützenverein inzwischen nahezu geschlossen verlassen. Anders die Artillerie: Ein halbes Dutzend "Altvorderer" ist nach Küx' Worten zwar nicht mehr in Vanikum, wohl aber bei Auftritten der Artillerie in der Umgebung aktiv. Dabei werde auch weiter Stimmung gegen ihn und den Vorstand gemacht.

"Souverän ist die Generalversammlung und nicht die Treffen der Artillerie", so Küx mit Blick auf die im April 2013 mit großer Mehrheit beschlossene Beitragserhöhung. Auch für den Spielmannszug findet er deutliche Worte. "Als Tambourkorps macht man meines Erachtens in einem kleinen Dorf nicht eine solche Opposition, zumal man von uns zunächst sehr profitiert hat", sagt Peter Alois Küx an die Adresse der Truppe, die heute als Tambourkorps Rommerskirchen firmiert.

Ungeachtet aller Widrigkeiten: Peter Alois Küx ist stolz darauf, dass der 1893 gegründete St. Hubertus-Schützenverein bis heute jedes Jahr mit einem König Schützenfest feiern konnte - was sonst nur den Bruderschaften Nettesheim-Butzheim und Rommerskirchen gelang. Die Reformen, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurden, haben hierzu ein Gutteil beigetragen: So wurden eine einheitliche Königsresidenz im Schützenhaus geschaffen und die Repräsentationspflichten des Königspaars eingeschränkt. Gleichwohl ist er überzeugt, "dass wir mittlerweile eine Reform der Reform brauchen", wenn auch künftig eine nahtlose Königsfolge gesichert werden solle. Zu den Highlights seiner Laufbahn zähle auch die 2010 erfolgte Inbetriebnahme des neuen Schießplatzes an der verlängerten Dreschgasse, sagt Küx. Besonders gern denkt er an die Zusammenarbeit mit seinem 2009 verstorbenen Stellvertreter Udo Broich zurück.

(S.M.)