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Rommerskirchen: Schützen wenden die Führungskrise ab

Rommerskirchen : Schützen wenden die Führungskrise ab

Ein Konflikt bei den Vanikumer St. Hubertus-Schützen konnte weitestgehend beigelegt werden. Die Mitglieder bekräftigten eine umstrittene Beitragserhöhung, die Repräsentationsaufgaben des Vorstands dienen soll.

Nach der turbulentesten Generalversammlung seit Jahrzehnten hofft der St. Hubertus-Schützenverein auf ruhigeres Fahrwasser: Der Vorstand um Präsident Peter Alois Küx erklärte nach gut dreistündiger, überaus emotional geführter Diskussion seinen "Rücktritt vom Rücktritt", den die Führungsriege im Zuge der Februar-Versammlung erklärt hatte. Damals hatten die Mitglieder eine Beitragserhöhung von 55 auf 70 Euro beschlossen. Dies war auf heftige Kritik der Artillerie sowie des Tambourkorps gestoßen. Ohne diese Erhöhung explizit zu fordern, hatte der Vorstand im Februar einen Zuschuss für Repräsentationsaufgaben zur Diskussion gestellt.

Der Grund: Die Repräsentationstermine hätten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Bestritten hat sie der Vorstand bislang ausschließlich aus privaten Mitteln. Der stellvertretende Geschäftsführer Hans-Georg Küx bezifferte den Betrag auf 180 Euro pro Vorstandsmitglied. In der Sache gab es vor zwei Monaten eine deutliche 75-Prozent-Mehrheit für die aus dem Kreis der Mitglieder vorgeschlagene Erhöhung. Ehrenpräsident Heinz Ciesielski vertrat beim jetzigen Treffen im Schützenhaus den Standpunkt der Artillerie, die dem Beschluss schriftlich widersprochen hatte. Die machte heftige Bedenken dagegen geltend, "dem Vorstand den Frühschoppen zu finanzieren", wie Ciesielski sagte. Hans-Georg Späth, als Zeltverleiher ein Kenner des Metiers, betonte demgegenüber, dass die wahrgenommenen Repräsentationstermine wichtig seien, um Kontakte zu anderen Vereinen zu knüpfen und zu festigen.

Sturm gegen die Beitragserhöhung war jedoch insbesondere das Tambourkorps gelaufen: Dessen Vorsitzender Friedhelm Cremer machte vor allem geltend, dass der Beschluss rechtswidrig sei. Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch hätte eine Beitragserhöhung auf der vorab versandten Tagesordnung auftauchen müssen – was nicht der Fall war. Den Verfahrensfehler räumte der Vorstand jetzt auch ein. Nach zwei Briefen und einem dem Vernehmen nach heftigen Wortwechsel zwischen Friedhelm Cremer und Peter Alois Küx erklärte das Tambourkorps seinen Vereinsaustritt. Tambourmajor Ralf Cremer war bei dem jetzigen Treffen in seiner Eigenschaft als Mitglied eines Jägerzugs anwesend und gehört den St. Hubertus-Schützen weiterhin an.

In einem flammenden Plädoyer beschwor Küx die Gemeinsamkeiten und warb um eine Rückkehr der ausgetretenen Mitglieder – unter denen sich auch der amtierende Schützenkönig Holger Cremer befindet. Eine neuerliche Abstimmung über die Beitragserhöhung zeigte, dass die Artillerie zumindest besänftigt, wenn schon nicht überzeugt werden konnte: 48 Schützen votierten mit Ja, elf enthielten sich, darunter die Artilleristen. Gegen eine Beitragserhöhung stimmte niemand – wobei der jetzige Beschluss rechtlich sogar als einstimmige Mehrheit für den Zuschuss an die Vorstandsmitglieder zu werten ist.

(NGZ)