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Rommerskirchen: Schützen nutzen Trafostation

Rommerskirchen : Schützen nutzen Trafostation

Der Energieversorger RWE braucht die bisherige Trafostation an der Frixheimer Grundschule nicht mehr. Die neue befindet sich am Kindergarten, die alte wird zum Lagerraum der Schützen.

Draußen prangt noch das Schild "Lebensgefahr", doch die besteht in der Transformatorenstation am Rande der Grundschule schon seit gut einem Monat nicht mehr. Längst haben RWE-Mitarbeiter alle Gefahrenquellen beseitigt und den 17 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden Backsteinbau leergeräumt. "Die Trafostation wird aufgrund unserer Netzumplanung betrieblich nicht mehr benötigt", erläutert Johannes Stürmer, Leiter des RWE-Regionalzentrums in Neuss. Die naheliegende Konsequenz, jetzt auch das leere Häuschen platt zu machen, zieht der Stromversorger jedoch nicht.

Was einer Idee von Willi Hermanns zu verdanken ist: Der Oekovener ist bei RWE als Grundsatzplaner tätig und mit den örtlichen Verhältnissen vertraut. Nur einen Steinwurf von dem Trafohäuschen entfernt liegt der neue Festplatz der St.-Sebastianus-Bruderschaft, die dort im Juli erstmals ihr Schützenfest feiern will. Das Gelände befindet sich mitten im Landschaftsschutzgebiet, was ohnehin schon zu strikten Auflagen geführt hat. An die Errichtung eines Gebäudes ist nicht zu denken und so kommt die bisherige Trafostation den Schützen mehr als gelegen.

Vereinsutensilien können zwar auch in einem Anbau des Schützenhauses am Kirchweg gelagert werden, doch Platz für sperrigeres Gerät gleich in der Nähe des neuen Festgeländes kommt den Schützen gelegen. Vizepräsident Wilfried Müller rechnet jedenfalls damit, dass schon in den kommenden Monaten Gerätschaften vom Kirchweg in das neue Lagerhaus verlegt werden können. Gestern haben Bürgermeister Albert Glöckner und Johannes Stürmer das "Grundstücksgeschäft" – insgesamt geht es um eine knapp 30 Quadratmeter große Fläche – gleich an Ort und Stelle besiegelt: Der Rathauschef händigte dem RWE-Vertreter den symbolischen Kaufbetrag von einem Euro aus. Die Zielnetzplanung von RWE, in deren Verlauf die Trafostation überflüssig wurde, hat sich über einen Zeitraum von knapp fünf Jahren hingezogen und ist Willi Hermanns zufolge nahezu abgeschlossen. Nachdem im Herbst die letzte Maststation gefällt worden ist, sind nun nur noch kleinere Arbeiten zu erledigen. Die Netzoptimierung bedeutet unter anderem, dass die Leitungen in die Erde verlegt wurden – gleich mit im Paket waren viele Leerrohre. "Das haben wir zum Teil in Absprache mit der Telekom gemacht", weist Hermanns auf die Möglichkeit, auch das DSL-Netz zu. Einen Nachfolger für die bisherige Trafostation gibt es bereits – aus technischen Gründen befindet sie sich knapp 100 Meter weiter in der Nähe des Frixheimer Kindergartens. Einbruchsicher wird das neue Lagerhaus in jedem Fall sein: Die bisherige Stahltür bleibt natürlich.

(NGZ)