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Rommerskirchen: Schützen fürchten Auflagen

Rommerskirchen : Schützen fürchten Auflagen

Die Präsidentenrunde der Schützenvereine und -bruderschaften tagte zum zehnten Mal. Nachdem die Karnevalisten für 2012 ein Sicherheitskonzept erstellen müssen, sorgen sich auch die Schützen um ihre Feste.

Die Nachwirkungen der Katastrophe bei der Love-Parade halten an: Den Jecken der Karnevalsgesellschaft Rut-Wieß Rommerskirchen flatterte kurz vor den tollen Tagen ein entsprechendes Schreiben ins Haus – ein erstes Gespräch mit der Gemeinde über ein ab 2012 vorgesehenes Sicherheitskonzept ist bereits geführt worden. "Erhebliche Irritationen" gibt es nach den Worten von Diözesanbundesmeister Wolfgang Kuck derzeit auch bei den Bruderschaften und Schützenvereinen. Dazu beigetragen haben Informationen aus der Nachbarstadt Grevenbroich: Die hat dem Vernehmen nach den örtlichen Brauchtumshütern eine breite Palette ordnungsrechtlicher "Folterinstrumente" präsentiert – ohne dass diese samt und sonders eingesetzt würden.

Bei der mittlerweile zehnten Auflage der im Herbst 2006 ins Leben gerufenen Präsidentenrunde der Rommerskirchener Schützen stand das Thema Sicherheit jetzt ganz obenan. Schon mit der bisherigen Praxis haben die Schützen ihre Probleme: Bei der vom Bürgerverein Rommerskirchen und den Fußballern der SG Rommerskirchen/Gillbach im Anschluss an den sonntäglichen Karnevalszug veranstalteten Party seien die Auflagen "viel höher" als sonst gewesen, berichtet Ehrenpräsident Franz-Josef Osterath. Für seinen Geschmack hat der eingesetzte Sicherheitsdienst "die Auflagen überzogen interpretiert". Was folgt nun daraus für den von Mai bis Ende September währenden Schützenfest-Reigen?

Die bei der Präsidentenrunde in der Butzheimer Begegnungsstätte Alte Schule diskutierte Befürchtung, dass der "erste Verein aufschreien wird und die anderen es dann merken", wird sich wohl nicht bewahrheiten. Laut Rathaussprecher Elmar Gasten wird es für die Rommerskirchener Schützenfeste keine Sicherheitskonzepte geben: "Das ist erst bei einer Größenordnung ab 5000 Besuchern nötig. Keines der hier gefeierten Feste erreicht diese Grenze." Bei dem kleinen Jubiläum in Butzheim kamen auch andere Fragen zur Sprache. Nach dem revolutionären Beschluss der Vanikumer St.-Hubertus-Schützen – der auch überregional für Schlagzeilen gesorgt hat –bleiben die anderen Vereine gelassen: Hier sind Frauen vielfach seit langem Mitglieder. Ähnlich spektakuläre Entscheidungen wie in Vanikum sind kurzfristig nicht zu erwarten. Was es ungeachtet der mittlerweile fest installierten Präsidentenrunde am Gillbach nicht geben wird, ist ein "Gesamt-Rommerskirchener" Schützenkönig.

(NGZ)