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Rommerskirchen: Schülerhilfe in Tansania

Rommerskirchen : Schülerhilfe in Tansania

Elke Lorleberg war bei der Zehn-Jahrfeier der Partnerschule im ostafrikanischen Bagamoyo dabei. Von ihren Erlebnissen in Tansania ist die Rektorin der Gillbachschule rundweg begeistert.

Auch einige Wochen nach ihrer Rückkehr aus Tansania steht Elke Lorleberg noch immer ganz unter dem Eindruck des dort Erlebten: Auf Einladung des Spiritaner-Paters Valentine Bayo war die Leiterin der Gillbachgrundschule zur Zehn-Jahrfeier der "Epiphany Pre and Primary School" nach Bagamoyo am Indischen Ozean gereist.

Die Partnerschule hatte Valentine Bayo im Zuge eines "Sponsored walk" der Rommerskirchener Schüler gegründet. Elke Lorleberg konnte sich aus selbst davon überzeugen, dass die 30 000 Euro Spenden, die seit 2002 von Rommerskirchen nach Bagamoyo flossen, bestens angelegt worden sind.

534 Jungen und Mädchen christlichen wie auch muslimischen Glaubens besuchen derzeit die Grundschule — wobei Elke Lorleberg manch Überraschendes feststellen konnte: "Die Kinder fangen bereits mit vier Jahren an, Lesen und Schreiben zu lernen. Ich habe Mathematikbücher der siebten Klasse gesehen, die teilweise Aufgaben unserer Oberstufe enthalten."

Das Lernniveau jedenfalls sei "wahnsinnig hoch", was nach ihren Beobachtungen auf die gute Laune der Schüler nicht den geringsten Eindruck zu machen scheine. Bewunderung hegt die Schulleiterin für das ausgeprägte Ethos des Lernens, das dem ganzen Projekt zugrunde liegt. "Es geht darum, im Rahmen der Hilfe zur Selbsthilfe eine Bildungsschicht aufzubauen, die sich später der Probleme des Landes annehmen kann." Zumindest war Bagamoyo angeht, sei nicht Hunger das Problem: "Die Kinder sind gut und gesund ernährt." Es gebe allerdings so gut wie keine Industrie und auch die Infrastruktur lasse zu wünschen übrig.

Erstaunt hat Elke Lorleberg auch die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums: 21 Männer und gerade einmal neun Frauen unterrichteten dort, "und sie haben es nicht verstanden, warum es hier bei uns anders ist", berichtet die Rektorin schmunzelnd. Wie sie in Bagamoyo feststellen konnte, ist die Grundschule lediglich Teil eines ganzen Netzwerks, das Valentine Bayo geknüpft hat. Je eine weiterführende Schule für Jungen und Mädchen gehören ebenso dazu wie Ausbildungsstätten für Straßenkinder, eine Tankstelle und seit neuestem gar ein Hotel.

Während Elke Lorleberg derzeit noch in den Klassen unterwegs ist, um von ihrer Reise zu erzählen, könnten die Kinder in einem zumindest überschaubaren Zeitraum Valentine Bayo auch selbst "interviewen". Nachdem er schon länger nicht mehr in Deutschland war, könnte es womöglich bereits im September, spätestens wohl aber im kommenden Jahr, soweit sein. Dann steht auch eine Neuauflage des "Sponsored Walk" auf dem Programm.

(NGZ/rl)